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Mit der Diesel-Lok nach Chisinau 30. Juni 2007

Posted by M@x in Fussball International.
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Einen echten Krimi war das UI-Cup-Rückspiel zwischen Chisinau und Baku in Moldawien. Nachdem vor einer Woche das Hinspiel 1:1 endete, stand es nach 90 Minuten im Rückspiel ebenso – Verlängerung. Auch diese brachte keine Entscheidung, erst im Elfmeterschießen konnte sich Gastgeber Dacia Chisinau durchsetzen. Damit spielt das Team in der zweiten Runde gegen den schweizer Vertreter FC St. Gallen. Aus dieser Partie wird dann der Drittrundengegner vom HSV ermittelt. Letzte Woche hatte ich die unbedingte Erforschung der aserbaidschanischen Spinnenfauna für den Hamburger Auswärtstrip nach Baku empfohlen. Nach dem Ausscheiden allerdings wird daraus nichts. Deshalb jetzt eine weitere Folge im Reise-Portfolio des Hamburger Sportvereins: Moldawien.

Wirkliche Attraktionen hat das Land nicht, vielmehr steht es am existentiellen Abgrund. Das einzige Exportgut entspringt dem Weinanbau, der prinzipiell gute Bedingungen vorfindet. Das Kosten desselbigen würde ich aber keinem HSV-Spieler empfehlen, denn der Wein ist mit Pestiziden verseucht. Ein Grund: Auch im 21. Jahrhundert ist die elektrische Eisenbahn noch nicht in Moldawien angekommen, stattdessen fahren dort nur Diesel-Lokomotiven mit riesigem Schadstoffausstoß. Die Folge: Hauptabnehmer Russland stoppt den Weinimport (der sogenannte “Weinkrieg”) aus Moldawien, andere Exportgüter weist das Land nicht vor. Wirtschaftlich gibt es durch die russische Blockade keine positive Entwicklung, die Menschen verarmen, wandern aus. Mittlerweile ist der Wert des aus dem Ausland nach Moldawien überwiesenen Geldes größer als das Brutto-Inlandsprodukt.

Soviel eine kurze Zwischenmeldung für heute. Morgen muss ich arbeiten, deshalb gibt es erst abends den nächsten Post. Dann allerdings kann man sich auf eine Überraschung gefasst machen! Nur soviel, beim Anwählen von Rennsportwelt.de nicht erschrecken!

Kommentare»

1. Arne - 19. Juli 2007

Selbstverständlich hat die Republik Moldau (das ist der richtige Name des Landes) Attraktionen. Z.B. den größten “Weinkeller” der Welt (”Cricova”), der wirklich einen Besuch wert ist. Dazu kommt die von keinem anderen Staat der Erde offiziell anerkannte Teilrepublik “Transnistrien”.

Der “Weinkrieg”, bei dem es hintergründig in erster Linie ebenfalls um den Streit um Transnistrien ging, ist längst beendet, aber das hat der Verfasser wohl noch nicht ganz mitbekommen. Und Fleisch kann man genauso bedenkenlos essen, wie man den Wein trinken kann. Gerade weil das Land so arm ist, können sich die Landwirte Pestizide nämlich gar nicht leisten.

Also, leider viele Vorurteile und Halbwissen im Posting…

2. M@x - 19. Juli 2007

Der Schlusssatz fasst es ganz treffend zusammen :D