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Der Irak wird Asienmeister 30. Juli 2007

Posted by Moritz in Fussball International.
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Die irakische Nationalmannschaft ist am Sonntag im Finale nach dem Sieg über Saudi-Arabien zum ersten Mal Asienmeister geworden und hat somit ihr Land erneut in einen Freudentaumel versetzt. Nachdem sich bereits nach dem glücklichen Sieg im Elfmeterschießen gegen Südkorea im Halbfinale alle Iraker in den Armen lagen und gemeinsam gefeiert haben, fiel der Jubel diesmal noch viel größer aus. So wurden alle religiösen Meinungsverschiedenheiten vergessen und sogar Bonbons ausgeteilt. Obwohl eigentlich ein nächtliches Fahrverbot verhängt wurde, trieb es die Menschen auf die Straßen. Erfreulicherweise blieb diesmal im Gegensatz zu letzter Woche alles friedlich und die Menschen konnten ihre Freude ausgelassen und ungestört zeigen.

Die auf Grund ihrer extrem schlechten Trainingsbedingungen als Außenseiter gestartete Mannschaft startete zwar mit einem Unentschieden gegen Gastgeber Thailand nur schwach ins Turnier fing sich aber schon im nächsten Spiel mit einem klaren 3:1-Sieg gegen den damaligen Favoriten Australien. Nach einem weiteren Unentschieden gegen den Oman qualifizierte man sich als Gruppenerster fürs Viertelfinale mit Vietnam. Nach dem bereits erwähnten knappen Sieg gegen Südkorea folgte am Sonntag das Finale gegen den dreimaligen Sieger Saudi-Arabien, gegen den man noch im Januar verlor. Das entscheidende Tor schoss Torschützenkönig und Kapitän Younes Mahmoud in der 71. Minute.

„Hier ging es nicht nur um Fußball, sondern um viel mehr. Es ging nicht ums Team, sondern um Menschen. Der Sieg bringt dem ganzen Land Freude“,

sagte der Nationaltrainer Jorvan Vieira, der seinen Rücktritt bereits unabhängig vom Spielausgang verkündetet hatte, nach seinem letzten Spiel mit dieser Mannschaft. So war es dann auch. Man besiegte den Bürgerkrieg wenigstens für ein paar Momente. Zusammen mit der Mannschaft werden die Iraker aber nicht feiern können, da diese auf Grund der ständigen Angst vor Anschlägen und Verfolgung nicht in den Irak reist wird. Auch sind deshalb Großveranstaltungen wie Fußballspiele im Irak kaum ausrichtbar. So bleibt nur zu hoffen das die gemeinsam Erfahrung durch den Sieg möglichst lange anhält, bevor das Land wieder im Chaos versinkt. Eine Auswirkung auf die Nation wie sie das Wunder von Bern für Deutschland hatte ist leider überhaupt nicht zu erwarten. Auch wenn Fußball ähnlich wie hier der populärste Sport ist, wird der normale irakische Fan seinen Idolen wahrscheinlich weiter im Fernsehen zuschauen müssen und kaum die Chance haben es einmal real erleben zu können. Die durch nichts zu erschütternde Begeisterung für den Fußball bleibt trotzdem weiter bestehen.

Durch den Sieg haben sich die ehemaligern Schützlinge Bernd Stange auch für den Confederations Cup in Südafrika in zwei Jahren qualifiziert. Auch für die kommende Asienmeisterschaft in vier Jahren hat man als Titelverteidiger schon einen Startplatz sicher, die dann übrigens schon im Januar stattfinden wird.

Ein Hauch von Sommerfussball 29. Juli 2007

Posted by M@x in Bundesliga.
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Der erste Titel wäre geschafft – der FC Bayern München sicherte sich bereits den sechsten Ligapokal-Sieg seit Erschaffung des Wettbewerbes im Jahr 1997. Damit haben die Bayern schon jetzt, wo die Saison eigentlich noch in der Sommerpause ist, die gleiche Anzahl an Titeln geholt wie in der Vorsaison. Damals war es der unbedeutende „Bulls Cup“. Doch der Ligapokalsieg dürfte sich vor allem aus finanzieller Sicht viel mehr gelohnt haben als das Spaß-Turnier im Februar in Salzburg, streichen die Bayern doch jetzt knapp zwei Millionen Euro Siegprämie ein.

Das Spiel war nicht der große Brüller, von schlechter Stimmung im Stadion aber konnte man wirklich nicht reden. Beide Teams agierten sehr abwartend, speziell in der ersten Viertelstunde war fast gar keine Bewegung im Spiel. Danach schien der FC Schalke die Kontrolle zu übernehmen, bis Miroslav Klose nach einem kapitalen Torwartfehler Manuel Neuers sein erstes Pflichtspiel-Tor für den neuen Arbeitgeber erzielte. Sowohl der Schalker Goalie Manuel Neuer als auch Verteidiger Mladen Kristajic sahen beim letztendlich spielentscheidenden Gegentor nicht gut aus: Neuer kommt viel zu zögerlich aus dem Kasten heraus, während Kristajic seinen Torwart im Endeffekt sicher noch verwirrt hat. Ein geschenktes Tor. Im zweiten Durchgang wurde das Spiel besser, auch weil Bayern einen Gang zurückschaltete und Schalke etwas mehr kommen ließ. Letztendlich aber scheiterten die Gelsenkirchener immer wieder an der starken Rot-Weißen Abwehrfront um Lucio und Demichelis. Im Folgenden möchte ich einige Spieler der beiden Mannschaften einzeln bewerten:

Dem Neu-Schalker Ivan Rakitic wird mit der offensichtlichen Lincoln-Nachfolge eine große Last mitgegeben. Einerseits hat der 19-jährige noch nicht die Erfahrung des abgewanderten Brasilianers, andererseits muss er auch erst den Qualitätssprung von der Schweizer Liga zur Bundesliga verkraften. Ich kann nur hoffen, das Rakitic die nötige Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln. Sowohl am Dienstag in Nürnberg als auch gestern konnte sich Rakitic nicht auffällig in Szene setzen. Obwohl er viel probiert hat – auf dem Flügel, als defensiver Mittelfeldspieler neben Ernst oder als Ballverteiler hinter der Spitze – so richtig gelungen ist dem Schweizer nichts. Gerade wegen der stänbdigen Positionswechsel hatte ich den Eindruck, dass selbst Mirko Slomka noch nicht die richtige Position für seine neue „Zehn“ gefunden hat. Ob Rakitic überhaupt als klassischer Spielgestalter taugt oder eher auf einer Halbposition anzusiedeln ist, wird sich noch rausstellen.

In der 66. Spielminute kam Mimoun Azaouagh für Rakitic in die Partie. Azaouagh hat eine schlechte Saison in Mainz hinter sich, gehört aber nach dem Lincoln-Abgang freilich auch mit zu den Kandidaten in der Spielmacherrolle. Wenngleich auch der Eingewechselte keine entscheidenden Akzente setzen konnte, gefiel er mir in der kurzen Zeit seines Mitwirkens im Spiel mit dem Ball deutlich besser als Rakitic. Diese Entwicklung hatte sich schon vor knapp drei Wochen im Trainingslager angedeutet. Ohnehin bleibt bei Schalke die Frage nach der Gestaltung des Mittelfeldes: Ernst ist defensiv wohl gesetzt, was davor kommt, steht aber in den Sternen. Das wird sich auch nicht ändern solange der Phantom-Transfer um Stephen Appiah im Raum steht.

Die Schalker Sturmspitze stellte Kevin Kuranyi dar. Seit Anfang des Kalenderjahres präsentiert sich der Nationalstürmer wie verwandelt, als lauffreudiger Teamplayer. So avancierte Kuranyi auch gestern optisch zum besten Schalker Spieler, doch auch er hatte keine große Torchance und ging damit letztendlich genauso unter wie sein gesamtes Team.

Beim FC Bayern spielt derzeit Mönchengladbach-Neuzugang Marcell Jansen den Part links in der Viererkette. Der Nationalspieler setzte einige Akzente in die Offensive, offenbarte aber für meinen Geschmack zu viele Leichtsinnsfehler in der Rückwärtsbewegung. Oft war bei schnellen Schalker Vorstößen seine Abwehrseite viel zu offen. Allerdings konnten weder Lövenkrands noch Halil Altintop diese Tatsache in einen Torerfolg umsetzen. In der Schlussphase wurde Jansen dann noch einen Tick offensiver und spielte streckenweise einen verkappten Linksaußen. Ob Jansen auch bei der Rückkehr von Willy Sagnol und der zu erwartenden Rückversetzung von Philipp Lahm auf die linke Außenbahn im Team bleibt, ist mehr als fraglich.

Erstmals konnte ich José Ernesto Sosa beobachten. Der argentinische Millionen-Neuzugang hatte aber offensichtlich Probleme, sobald das Spiel schneller gestaltet wurde. Dazu lieferte er ein Spiel mit Licht und Schatten – einerseits gute Pässe mit viel Übersicht, andererseits aber auch einige leichtsinnige Aktionen, die zu gefährlichen Schalker Kontern hätten führen können, wenn die Gegner etwas spritziger agiert hätten. Sosa muss sich eindeutig noch steigern, sonst läuft er Gefahr, im Rücken der anderen Star-Zugänge unterzugehen und sich zu einem zweiten Julio dos Santos zu entwickeln. In jedem Fall aber spielte Schweinsteiger in den ersten beiden Ligapokalspielen deutlich offensiver und auch attraktiver als der unauffällige Sosa.

Auch Miroslav Klose sah ich erstmals im Bayern-Trikot. Klose spielte gewohnt unauffällig, hatte beim entscheidenden Tor aber den richtigen Torriecher. Ansonsten ähnelte sein Spiel noch zu sehr der Endzeit in Bremen: Viel Laufarbeit, wenig Ertrag. Ein weiteres Problem könnte sich außerdem anbahnen: Miroslav Klose fällt im Vergleich zu früheren Jahr leichter. Gerade nach seiner äußerst unglücklichen Schwalben-Aktion im UEFA-Pokal-Spiel gegen Espanyol Barcelona sollte Klose aufpassen, dass ihm nicht das Image eines Schwalbenkönigs angeheftet wird.

Fazit: Ein Spiel mit mäßigen Niveau, bedingt durch das niedrige Tempo. Bayern tat nach dem 1:0 nicht mehr als nötig, Schalke konnte die Räume, die ihnen die Münchener hin und wieder aufzeigten, nicht nutzen. Der Eindruck des mittelprächtigen Spiels wird aber nicht bleiben, schließlich überwiegt der positive Eindruck über die gute Atmosphäre im Stadion bei einem der ganz wenigen Spitzenspiele, die wir in Leipzig zu sehen bekommen.

Zuletzt noch eine kleine Beobachtung, die ich hinsichtlich der beiden Premiere-Kommentatoren, Marcel Reif und Kai Dittmann gemacht habe: Nachdem beide im Stehen die Anmoderation abgehakt hatten, ging es flott über zur Nationalhymne. Allerdings war Dittmann viel schneller mit der Verkabeln fertig, sodass der Sat.1-Reporter die Nationalhymne stehend verfolgte. Marcel Reif dagegen blieb sitzen und ließ die Technik von zwei Assistenten anbringen. Während des Spiels schien Altmeister Reif Probleme mit der Sonne gehabt zu haben, während Dittmann eisern im Anzug sitzen blieb. Erst in der Halbzeit entledigte sich Dittmann seinem Jäckchen und kommentierte die Partie fortan wie Marcel Reif im legeren Hemd.

Das soll es mit der Berichterstattung über den Premiere Ligapokal 2007 gewesen sein. In der nächsten Woche bin ich arbeitsmäßig voll eingespannt, sodass Moritz bis Freitag hier wieder übernehmen wird. Dabei geht es auch um den bevorstehenden Saisonstart im DFB-Pokal. Ich wünsche eine angenehme Woche!

Die große Saisonvorschau: Teil 3 28. Juli 2007

Posted by M@x in Bundesliga.
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Nachdem es gestern um das berühmte „Niemandsland“ der Tabelle ging, gibt es heute die Auflösung, welche Vereine aus unserer Sicht in der Spielzeit 2007/2008 mit akuten Abstiegssorgen zu kämpfen haben. Logischerweise handelt es sich dabei vorrangig um die Kandidaten, die schon im vergangenen Frühjahr in den Abstiegsstrudel geraten sind, sowie um die drei Aufsteiger aus Karlsruhe, Rostock und Duisburg. Eine große Überraschung gibt es allerdings heute auch. Unverändert gilt der Link zur Einzelbewertung. Jetzt zu den sechs Vereinen:

VfL Wolfsburg (Letzte Saison: Fünfzehnter/Schnitt: 2,41)

Nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtung von „Supervisor“ Felix Magath haben wir beide den VfL Wolfsburg in der neuen Saison als Überraschungsmannschaft auf dem Zettel. Trotzdem war ich etwas überrascht, wie weit nach oben die „Wölfe“ in unserem Ranking gestiegen sind. Obwohl der Kader vielleicht nicht unbedingt die prognostizierte neunte Position hergibt, Felix Magath hat auf seinen letzten beiden Stationen Fähigkeiten als Spitzentrainer zur Genüge nachgewiesen. Ein Problem könnte aber die ungleichmäßige Besetzung des Kaders werden, nur wenige Positionen können mit einem annähernd gleichwertigen Ersatz in zweiter Reihe aufwarten. Fraglich ist zudem auch, wie das Team mit der Art von „Schleifer“ Quälix zurechtkommt.

Eintracht Frankfurt (Letzte Saison: Vierzehnter/Schnitt: 2,72)

Das Potential, welches ich bei der Eintracht sehe, hatte ich bereits mehrfach angedeutet. Allerdings sind wir uns bei der Bewertung der Hessen nicht wirklich einig: Während Moritz die Eintracht wiederum im Abstiegskampf sieht, kann aus meiner Sicht schon in diesem Jahr der Sprung in die erste Tabellenhälfte gelingen. Viel wird davon abhängen, wie sich die Neuzugänge integrieren – die Eintracht hat nicht groß zugegriffen auf dem Transfermarkt, die neuen Spieler sollten sich schnell in das Team einfügen. Wichtig ist auch, dass die Ansprüche nicht sofort wieder ins Unermeßliche steigen, was in der Vergangenheit wohl auch eines der großen Hemmnisse war.

MSV Duisburg (Letzte Saison: 2. Liga/Schnitt: 3,22)

Beim MSV dürfte der namhafte Neuzugang Ailton für die passable Bewertung gesorgt haben. Aber auch hier sind wir uns nicht ganz einig: Sieht Moritz die Duisburger deutlich außerhalb der Abstiegsränge, ist Duisburg für mich einer der heißesten Abstiegskandidaten. Es ist vor allem das unruhige Umfeld um Big Boss Walter Hellmich, der bisweilen zum Größenwahn neigt. Der Trainerstuhl in Duisburg war und ist ein Schleudersitz. Wichtig für Coach Bommer ist, das sein Team ohne Verletzungsprobleme durchkommt, denn die zweite Reihe ist mangelhaft besetzt, taktische Variationen sind nur in einem sehr begrenzten Rahmen möglich.

Karlsruher SC (Letzte Saison: 2. Liga/Schnitt: 3,25)

Groß war der Jubel, als sich die Badener im Mai nach neun Jahren Abstinenz wieder einen Startplatz in Deutschlands Eliteliga sichern konnten. Ob die Euphorie auch anhält, wenn es einige Spiele nicht wie gewünscht laufen sollte? Zudem hat Trainer Ede Becker gerade die Profigeschäft-Erfahrung von anderthalb Jahren Zweite Bundesliga als Cheftrainer. Wie also wird das KSC-Urgestein mit der neuen Belastung zurechtkommen? Doch der Kader hat im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten durchaus Qualität und die Möglichkeit, sich bereits frühzeitig von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Problematisch wird es nur, wenn viele Spieler ausfallen.

Energie Cottbus (Letzte Saison: Dreizehnter/Schnitt: 3,34)

Mit den Abgängen der Cottbusser Lebensversicherungen Munteanu und Radu nach Wolfsburg sowie dem abgewanderten Kapitän Kevin McKenna (nach Köln) stellt sich den Lausitzern wieder einmal die Aufgabe, aus wenig Möglichkeiten viel Ertrag zu erlangen. Sowohl Defensive als auch Offensive scheinen nach der „Papierform“ bestenfalls gehobenen Zweitliga-Ansprüchen zu genügen. Doch das hat die Expertise bereits in der letzten Saison geschrieben – und gnadenlos versagt. Lassen wir uns also überraschen, was es diesmal aus der Wundertüte „Energie“ zu ergattern gibt.

Hansa Rostock (Letzte Saison: Zweite Liga/Schnitt: 3,38)

Die Probleme der Hanseaten sind offensichtlich. Trotz positiver (Vorrunden-)Prognose von mir vor einigen Wochen hat sich weiterhin nicht viel getan, was die Verstärkung des Hansa-Kaders angeht. Vielmehr hat der Streit um Ex-Manager Studer und Coach Pagelsdorf zu lange die Schlagzeilen bestimmt. Der Kader lässt keine großen Experimente zu, Pagelsdorf muss sich weitestgehend auf seine Leistungsträger der Vorsaison verlassen. Doch gerade der Trainer ist das größte Plus von Hansa, ist er doch der erfahrenste Erstliga-Akteur im Ostsee-Stadion. Nichtsdestotrotz wird es von Hansa Rostock von Beginn an nur den Kampf ums Überleben geben.

Damit hätten wir alle 18 Vereine komplett bewertet. Die Gesamt-Rangliste lässt sich jetzt unter der Special-Seite „Saisonvorschau 2007/2008″ abrufen. Dort können auch noch einmal die Bewertungs-Kriterien nachgelesen werden. Geht es nach uns, gibt es im Mai 2008 folgende Entscheidungen zu vermelden:

  • Meister: FC Bayern München
  • Vize und direkt in der CL dabei: SV Werder Bremen
  • CL-Qualifikation: VfB Stuttgart
  • UEFA-Pokal: Bayer 04 Leverkusen, FC Schalke 04
  • UI-Cup: Hamburger SV
  • Absteiger: Karlsruher SC, Energie Cottbus, Hansa Rostock

Ab morgen werden wir wieder einzelne Aspekte der Vorbereitung einiger Vereine beleuchten. Und ab dem kommenden Wochenende läuft die neue Saison mit der 1. DFB-Pokalrunde bereits wieder an.

Die große Saisonvorschau: Teil 2 27. Juli 2007

Posted by Moritz in Bundesliga.
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Wie bereit gestern von Max angekündigt, folgt heute der zweite Teil unserer großen Saisonvorschau, die sich heute mit dem Bundesligamittelfeld befasst, also mit den Mannschaften, die sich im Niemandsland der Tabelle befinden, beziehungsweise mehr oder weniger knapp die Qualifikation zum UEFA-Cup verpasst haben. Die Einzelbewertung lässt sich wie bereits bekannt unter dem Link nachvollziehen.

Hamburger SV (Letzte Saison: Siebter/Schnitt: 2,22)

Nach der verkorksten letztjährigen Hinrunde trauen wir beide dem HSV diese Saison einen beherzten Angriff auf die UEFA-Cup-Plätze zu. Einen der Gründe liegt dabei im erfahrenen Trainer Huub Stevens, der die Mannschaft gut auf die Saison vorbereiten wird und einen ähnlichen Auftakt wie im vergangenen Jahr zu vermeiden weiß. Auch hat der Verein mit Zidan einen treffsicheren Stürmer verpflichtet. Ein Problem könnte die Bank darstellen, die nicht so stark besetzt ist wie die starke erste Mannschaft. Viel hängt auch vom Gesundheitszustand des Mittelfeldstars van der Vaart ab, ohne den man letztes Jahr in der Vorrunde unterging.

Borussia Dortmund (Letzte Saison: Neunter/Schnitt: 2,31)

Nach der letztjährigen Chaos-Saison ist im Umfeld des BVB die Euphorie groß. Man möchte zwischen 2008 und 2011 zu Bremen, Stuttgart, Hamburg und vor allem Schalke aufschließen. Um dieses Ziel zu erreichen hat man kräftig in neue Spieler für jeden Mannschaftsteil investiert. Mit ihnen soll es besonders auch zu Hause wieder aufwärts gehen, damit man den eigenen Fans wieder attraktiven und offensiven Fußball bieten kann. Doch gerade im im Moment erwartungsvollen Umfeld liegt die größte Gefahr für den Erfolg, da diese Stimmung schnell ins negative umschlagen kann, sollten die Ergebnisse nicht wie erwartet kommen. Wenn alles gut geht kann man am internationalen Geschäft schnuppern, für das es aber wieder nicht ganz reichen wird.

Hertha BSC Berlin (Letzte Saison: Zehnter/Schnitt: 2,56)

Bei der alten Dame soll diese Saison nach der desaströsen Rückrunde alles besser werden. Dafür hat man einen neuen Trainer geholt, der sich langsam und ruhig eine Mannschaft nach seinem Geschmack formen soll. Dieser will die Mannschaft erst einmal kennen lernen, weswegen man auf dem Transfermarkt bis auf Drobny und Lucio inaktiv blieb. Gleichzeitig verließen aber viele wichtige Spieler den Verein wie Bastürk und Dejagah sowie der auf dem Sprung stehende Boateng. Auch hat der Trainer bisher immer Anlaufschwierigkeiten gehabt mit neuen Vereinen. Im einigermaßen unruhigen medialen Umfeld der Hauptstadt wird er aber erstmal fest genug im Sattel sitzen um die Mannschaft zu formen, die Verletzte kaum aus ihrer zweiten Reihe kompensieren kann. So wird dieses Jahr wahrscheinlich alles beim alten bleiben: Man versucht nach oben zu kommen am Ende reicht es aber nur wieder fürs Mittelfeld.

Hannover 96 (Letzte Saison: Elfter/Schnitt: 2,78)

Das neue Duo Hecking/Hochstätter möchte Hannover von der grauen Maus der letzten Jahre zu einem Verein mit internationalen Ansprüchen umformen, nachdem man letzte Saison gemerkt hat, dass man etwas mehr erreichen kann. Dafür wurde der Kader im großen und ganzen zusammengehalten und nur punktuell verstärkt, so dass man ein bis auf den Sturm eingespieltes Team zur Verfügung hat. Die größten Stärken dürften jedoch im Tor liegen, wo man mit Enke einen erstklassigen Torwart mit Nationalmannschafts-ansprüchen hat und eben im Führungsduo, dass eine genaue Vorstellung davon hat, wie es was erreichen will und gut miteinander harmoniert. Unruhig könnte es aber schnell im Umfeld werden, falls man bemerkt, dass man nicht so schnell vorankommt wie geplant. Unserer Meinung nach wird dies aber der Fall sein und Hannover erneut im Mittelfeld landen.

Arminia Bielefeld (Letzte Saison: Zwölfter/Schnitt: 2,78)

Ernst Middendorp hat am Ende der letzten Saison die Arminia aus dem Tabellenkeller herausgeführt und dabei so ziemlich alles in Frage gestellt. Der Erfolg seiner ungewöhnlichen Methoden hat eine gewisse Erwartungshaltung verursacht. Wie in Hannover hat man den Kader vor allem punktuell verbreitert und kann damit auf ebenfalls auf eine Mannschaft zurückgreifen, die sich bereits gut kennt. Des Weiteren musste man bis auf Westermann keinen Leistungsträger abgeben. Deshalb sehen wir das Saisonziel, dass Ernst Middendorp mit der Vorjahresplatzierung ausgegeben hat, als schwierig aber durchaus machbar an.

VfL Bochum (Letzte Saison: Achter/Schnitt: 3,22)

Nach dem überraschenden Erfolg, der auf dem achten Platz endete, verließen den Verein drei Schlüsselspieler, von denen der Weggang von Torschützenkönig Gekas am schwersten wiegen wird. Die verbleibenden Lücken konnten nicht mit den Neuzugängen gefüllt werden, wodurch vor allem die Offensive sehr geschwächt wurde. Aber auch den starken Rückhalt im Tor wird man vermissen. Der neue Torwart kann aber immerhin auf eine eingespielte Abwehr vertrauen. Auch sind die Variationsmöglichkeiten hinter der ersten Mannschaften begrenzt. So glauben wir, dass es eine schwere Saison wird für Marcel Koller und seine Mannschaft, in der sie dem Abstieg wahrscheinlich entrinnen können, auch wenn es äußerst knapp werden dürfte.

Das war der heutige Teil der Saisonvorschau. Im dritte Part werden dann Cottbus, die Fast-Absteiger, Frankfurt und Wolfsburg sowie die Aufsteiger aus der Zweiten Bundesliga, Karlsruhe, Rostock und Duisburg folgen. Bis dahin wünsche ich noch einen schönen Tag.

Die große Saisonvorschau: Teil 1 26. Juli 2007

Posted by M@x in Bundesliga.
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Nachdem es hier in den letzten Tagen von meiner Seite aus etwas ruhiger war, gibt es jetzt eine geballte Ladung Kompetenz. Angesichts des nahenden Saisonstarts haben wir uns die Mühe gemacht, alle 18 Bundesligavereine genau unter die Lupe zu nehmen. Aufhänger war dabei die beliebte Rubrik „Experten-Meinung“ in den kicker-Sonderheften bis zur letzten Saison. Das Prinzip ist denkbar einfach: Moritz und ich haben die Klubs in acht Kriterien nach dem bekannten kicker-Notensystem bewertet. Welche acht Kriterien das sind und welche Faktoren dabei in die Bewertung einfließen, kann hier nachgelesen werden. Unsere Meinungen sind natürlich völlig subjektiv und ohne Gewähr. Am Saisonende, vielleicht auch schon in der Winterpause werden wir zurückblicken, inwiefern wir mit unseren Prognosen versagt haben.

Natürlich lassen wir es trotz der Zahlenflut nicht nehmen, zu jedem Verein einen kleinen Kommentar anzumerken. Heute gibt es den Auftakt mit den Plätzen 1-6 der Vorsaison. Und hier ist der Link zur Einzelbewertung.

Bayern München (Letzte Saison: Vierter/Schnitt: 1,19)

Die Qualitätsoffensive katapultiert die Bayern natürlich eindeutig an die Spitze unserer Rangliste. Kein anderer deutscher Verein hat so stark aufgerüstet. Damit bekam der ohnehin schon gute Bayern-Kader noch viel mehr Qualität hinzu. Mit Klose, Toni, Zé oder Ribery stößt der FCB in völlig neue Dimensionen vor. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Bayern einen der besten Kader in ganz Europa haben. Die Meisterschaft ist auf jeden Fall Pflicht, und da wird wohl auch kein Weg an den Süddeutschen vorbeiführen. In fast allen Kategorien bekamen die Bayern Bestnoten. Lediglich das bisweilen etwas unruhige Münchener Umfeld – vor allem was den medialen Druck angeht – könnte für Probleme sorgen. Allerdings dürften die Bayern abgebrüht genug sein, um mit den Geschichten der Medien richtig umzugehen.

SV Werder Bremen (Letzte Saison: Dritter/Schnitt: 1,53)

Obwohl Werder Bremen keine berauschende Rückrunde hinter sich hat und außerdem mit Miroslav Klose ein wichtiger Spieler nach München abgewandert ist, gehören die Hanseaten wiederum zum engsten Kreis der Bayern-Verfolger. Gerade die nach wie vor starke Offensive, der Einfluss des ruhigen Trainers Schaaf und das äußerst stabile Umfeld sorgen für Kontinuität an der Weser. Gerade bei Verletzungsproblemen in der Defensive könnten die Bremer wieder auf Personalsorgen stoßen. Für die Innenverteidiger Mertesacker und Naldo gibt es fast keiner Alternativen, schon gar keinen gleichwertigen Ersatz. Ob Carlos Alberto und Boubacar Sanogo den Klose-Abgang vergessen lassen können, bleibt sehr fraglich.

VfB Stuttgart (Letzte Saison: Meister/Schnitt: 1,97)

Etwas überrascht war ich über das gute Abschneiden der Stuttgarter in unserer Bewertung. Allerdings haben die Schwaben in der letzten Spielzeit nicht nur durch Glück den Titel geholt – im Kader steckte schon viel Klasse. Finden alle Leistungsträger wieder zur Form von April und Mai zurück, könnte es wieder eine erfreuliche Saison für den VfB werden. Etwas unklar ist uns allerdings, ob die Besetzung in der „Zweiten Reihe“ für die Doppel- und Dreifachbelastung Bundesliga/Champions League/DFB-Pokal ausreicht. In jedem Fall aber stehen die Zeichen für ein neuerliches Erfolgsjahr sehr gut.

Bayer 04 Leverkusen (Letzte Saison: Fünfter/Schnitt: 2,13)

Überraschend konnte sich der Werks-Club vor Schalke 04 platzieren. Doch die Leverkusener haben gut eingekauft. Allerdings muss das Team um Trainer Michael Skibbe endlich die Konstanz finden, die in den letzten beiden Jahren fehlte. Außerdem muss die Abwehr stabiler werden, hier haben wir Zweifel, ob diese unseren hohen Ansprüchen genügen kann, obwohl mit Sinkiewicz und Manuel Friedrich zwei neue Innenverteidiger verpflichtet wurden. Beide Spieler allerdings haben wahrlich keine überragende Saison hinter sich. Ein großes Plus aber ist der homogene Kader, und das ruhige Umfeld, welches von der Doppelspitze Skibbe/Völler kontrolliert wird. Der Druck der Medien beschränkt sich nach wie vor weiterhin auf die bemittleidenswerten Kölner, Bayers Erzrivalen.

FC Schalke 04 (Letzte Saison: Zweiter/Schnitt: 2,19)

Beide haben wir Zweifel, ob Schalke noch einmal die starke Vorsaison wiederholen kann. Der neuerliche „Meister der Herzen“ hat zwar einen guten Kader beisammen, aber das äußerst unruhige königsblaue Umfeld sorgte schon in der letzten Saison für reichlich Frust. Ich erinnere nur an die Schweige-Periode der Spieler, die zwar den Akteuren selber etwas Ruhe verschaffte, allerdings für viel Wirbel in allen erdenklichen Medien sorgte. Sobald es auf Schalke nicht läuft, wackelt Trainer Mirko Slomka. Die Kategorie „Neuzugänge“ könnte durch den wahrscheinlichen Transfer von Stephen Appiah nochmal eine frischere Note erhalten.

1.FC Nürnberg (Letzte Saison: Sechster/Schnitt: 2,34)

Das Überraschungsteam der letzten anderthalb Jahre gibt selber einen Platz unter den ersten Zehn der Liga als Ziel aus (O-Ton Sportchef Martin Bader beim Ligapokal am Dienstag). Der Kader bietet die Möglichkeiten dazu. Ob es aber wiederum für den großen Wurf reicht, ist unklar. Die Mannschaft überbrückt die Mängel gegenüber einigen Konkurrenten durch die riesige Euphorie im Umfeld. Die „Clubberer“ haben eine starke erste Mannschaft, doch die Variatonsmöglichkeiten dahinter sind beschränkt. Aber Trainerfuchs Hans Meyer wird auch das in den Griff bekommen.

Morgen geht es weiter mit den Analysen zum Hamburger SV, VfL Bochum, Borussia Dortmund, Hertha BSCBerlin, Hannover 96 und Arminia Bielefeld. Bis dahin, einen angenehmen Rest-Donnerstag!