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Nord-Vereine vor wichtigen Spielen 14. August 2007

Posted by M@x in Champions League, Fussball International.
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Kaum ist das Wetter wieder besser, denken sich die urlaubsfreudigen Deutschen: “Besuchen wir doch einen Freizeitpark!”. Akute Überfüllung desselbigen ist der Grund, warum der heutige Post erst am späten Abend erscheint. Eigentlich hatte ich frei – war noch nicht einmal auf der Bereitschaftsliste – und doch wurde jeder Mann gebraucht. Trotzdem war es wieder einmal sehr schön und etwas Geld ist dabei auch noch herausgesprungen.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Morgen abend beginnt für Werder Bremen die Europapokal-Saison gegen den kroatischen Verein Dinamo Zagreb. Es ist eines der wichtigsten Spiele der Saison, denn jetzt entscheidet sich, ob Werder bis mindestens Anfang Dezember von großen Geschäft Champions League partizipieren darf. Zweifellos: Das Durchsetzen gegen den Dinamo ist Pflicht, winken die großen Scheine. Andersherum würde eine Qualifikation Zagrebs eine Riesensensation bedeuten und den Kroaten völlig neue finanzielle Möglichkeiten offenbaren. Formschwäche Werder oder der berühmte Außenseiter-Effekt, hier müssen sich die Norddeutschen einfach durchsetzen. Das Bundesliga-Auftaktspiel in Bochum hat gezeigt, dass bei den Grün-Weißen noch längst nicht alle Rädchen ineinander greifen. Nach einer spielerisch schwachen Leistung in der ersten Halbzeit gab es dennoch eine unverdiente 2:0-Führung, welche die einstmals eiskalte Werdermaschinerie nicht in drei Punkte umwandeln konnte.

Der Gegner, Dinamo Zagreb, ist der aktuelle kroatische Meister. Sie setzten sich in der 2. Runde gegen den slowenischen Verein NK Domzale problemlos durch und schnuppern jetzt an der großen europäischen Tür. Zusammen mit Hajduk Split ist Dinamo größter Publikumsmagnet des Balkan-Staates. Seit jeher gilt der Verein als Talentschmiede für große Spieler. Die Liste ehemaliger Spieler liest sich wie das “Who is who” des deutschen WM-Traumas 1998: Zvonimir Boban, Robert Prosinecki, Drazen Ladic, Davor Suker. Weitere bekannte Ex-Spieler Dinamos sind Mark Viduka (jetzt Newcastle), Nico Kranjcar (jetzt Portsmouth) und Eduardo da Silva (jetzt Arsenal). In der jüngeren Vergangenheit machte der Verein vor allen Dingen durch die Verpflichtungen von Jens Nowotny im Sommer 2006 und Georg Koch in diesem Jahr auf sich aufmerksam. Nowotny beendete im Winter seine Karriere, Koch ist neuer Stammtorwart und wird morgen auf viele ehemalige Bundesliga-Kollegen treffen. Der aktuelle Kader besteht – aus finanziellen Gründen notgedrungen – aus vielen jungen Spielern, gespickt mit einigen nach Europareise zurückgekehrten Profis. Besonders der Sturm ist gut besetzt: Tomislav Sokota (Ex-FC Porto) und Bosko Balaban (Ex-FC Brügge), auch der ehemalige Leverkusener Josip Tadic gehört zur Dinamos “Abteilung Attacke”. Ich denke aufgrund der aktuellen Formschwäche der Bremer sehen die Kroaten die große Chance, sich durchzusetzen und in die Gruppenphase einzuziehen. Werder muss sehr wachsam sein, um nicht böse überrascht zu werden.

Nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg im UI-Cup gegen Dacia Chisinau hat sich der Hamburger SV seine Chance im UEFA-Pokal verdient. Erster Gegner am Donnerstag ist Honved Budapest. Honved spielte vergangene Saison im Niemandsland der ungarischen “Borsodi Liga”, qualifizierte sich aber durch den Pokalsieg für den europäischen Wettbewerb. Die Ungarn glänzen eher durch ihre Erfolge in der Vergangenheit: Elfmal Meister bis 1991, nach dem politischen Umbruch in Osteuropa folgte nur noch der Titel 1993 sowie die Pokalsiege 1996 und 2007. Alle Spieler des aktuellen Kaders sind mir völlig unbekannt, sodass ich mir darüber kein Urteil erlauben kann. Auch wenn mit Diego – nicht der Bremer – ein Brasilianer im Team steht, sollte das eine machbare Aufgabe für den HSV werden und deutlich leichter als für Werder gegen Dinamo Zagreb.

Sowieso, nach der durchwachsenen Vorjahressaison haben die Hansestädter mit dem Sieg gegen Hannover 96 neues Selbstbewusstsein getankt. “Eurofighter” Huub Stevens hat auf internationaler Bühne viel Erfahrung und ist der große Hoffnungsträger an der Elbe. Das Spiel gegen die Ungarn sollte kein großes Problem werden, war doch zumindest der Heimauftritt gegen Chisinau, ein Gegner wohl aus einer ähnlichen Kategorie, sehr überzeugend. Allerdings birgt wie immer auch jeder kleine Gegner die Gefahr der Unterschätzung. Einige Experten sehen den HSV ja in dieser Saison sogar schon wieder so stark, um in der Bundesliga ganz oben mitzumischen, wie in der vorletzten Saison.

Soweit zu den beiden wichtigen, richtungsweisenden Spielen der norddeutschen Vereine. Die Matches werden übertragen vom ZDF (Werder-Zagreb, Mittwoch 20.30) und von Eurosport (Honved-HSV, Donnerstag 19.00). Viel Spaß dabei!

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