jump to navigation

Bundesliga-Splitter #4 3. September 2007

Posted by Moritz in Bundesliga.
2 comments

An diesem Wochenende ging nun auch der vierte Spieltag der immer noch jungen Spielzeit zu Ende und die bisherige Spitzenmannschaft musste die ersten Punkte abgeben, wohingegen sich Bremen nach einem schlechten Start langsam den Weg nach oben ebnet und sich direkt hinter dem Nordrivalen aus Hamburg ins Verfolgerfeld einreiht. Während sich Meister Stuttgart um die untere Tabellenhälfte bemüht und ganz und gar nicht meisterlich in Form ist.

Der Rekordmeister hatte erheblich mit den Hamburgern zu tun. Der HSV konnte mit aggressiven und laufintensivem Spiel die Münchner nicht zur Entfaltung kommen lassen und meldeten somit auch das kreative Potenzial das in Ribery schlummert ab. So drückten die Heimmannschaft konnte aber auch nicht zu Chancen kommen. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Münchner zu ihrer ersten Chance durch eine weite Flanke, die Klose dann als sein 100. Bundesligator mit dem Knie verwertete. So gingen sie bayerntypisch in Führung. Dennoch mussten die noch den ersten Gegentreffer nach einem mächtigen Gewühl im eigenen Strafraum hinnehmen, als drei, vier Spieler den Ball nicht wegschlagen konnte und Zidan sich durchwurschtelte zum Ausgleich traf, der mehr als verdient war. Am Ende bekam man sogar den Eindruck die Münchner wollten mit ihren zwei Wechseln in den letzten Minuten das unentschieden halten und Zeit schinden. So bleibt als Fazit, dass sich der HSV trotz des diesmal fehlenden Van der Vaart weiter im Aufwind befindet und dass die Bayern doch nicht allzu übermächtig sind und gegen beherzte Gegner auch einmal unterlegen sein können. Trotzdem haben sie ihren Vorsprung ausgebaut und befinden sich vor allen anderen erst einmal ungefährdet an der Spitze.

Die drolligste Ausrede des Spieltags lieferte wohl Felix Magath, mit der er das etwas müde Auftreten seiner Mannschaft im Olympiastadion ganz ernst begründen wollte:

Die Spielanalyse fängt bei der Anreise an. Ich muss Hertha zum Hauptsponsor gratulieren, der hat uns drei Stunden hin- und hergefahren.

Anstatt der eingeplanten Stunde saß man nun die dreifache Zeit im Zug, so dass sogar der leere Mannschaftsbus in, laut Google Maps, ungefähr zwei und einer viertel Stunde doch eher in Berlin eintraf. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man in Wolfsburg, die immerhin von VW gesponsort werden, testen wollte, ob man auch wirklich den besseren Sponsor hat. Dabei bestand nie die Gefahr das Spiel am Samstagnachmittag zu verpassen. Man kam nämlich schon Freitag Abend in Berlin an, wie Felix Magath dann doch noch einräumen musste. Im Spiel hingegen schienen die Wolfsburger noch nicht ausgeschlafen zu sein. Sie liefen in der ersten Hälfte einer recht gut spielenden Hertha hinterher, die erstmals mit 1:0 in Führung ging, und konnten erst in der zweiten Halbzeit annähernd überzeugen. Am Ende hatten die Berliner aber das glücklichere Ende für sich, als Solomon Okoronkwo kurz vor Schluss den Ball wie noch nie in der Bundesliga erwischte und ihn ins Tor bugsierte. Dieter Hoeneß verkündet indes angesichts des knappen neunten Platzes endlich das Saisonziel. Man möchte ihn bis Saisonende halten und in zwei Jahren um die Champions League mitspielen. Es bleibt bei Hertha also alles beim alten. Man will über kurz oder lang nach ganz oben. Hingegen scheinen die Wolfsburger sich nach dem Umbruch etwas schwerer zu tun, die Philosophie von Magath umzusetzen. Vielleicht sollte man dann doch lieber wieder auf den Mannschaftsbus zurückgreifen.

Auch den Rostockern bleibt das Pech in dieser noch jungen Saison treu. Nach vier Spielen befinden sie sich immer noch punktlos mit nur einem Tor auf dem letzten Platz. Die Hanseaten, die von Trainer Frank Pagelsdorf erheblich umgestellt wurden, erarbeiten sich im Gegensatz zu den letzten Wochen im gesamten Spiel Chancen waren aber nicht im Stande diese zu nutzen. So traf Neuzugang Victor Agali, der erstmals dabei war und gleich den Angriff belebte, in der ersten Hälfte unglücklich gleich beide Pfosten, bevor der Ball von den Dortmunder geklärt werden konnte. Und so kam es wie es kommen musste, wenn man kein Glück hat. Die Dortmunder nutzten eine Chance und erzielten somit das Golden Tor des Spiels. Damit scheint Rostock trotz einer offensichtlichen Steigerung sich im Tabellenkeller festzusetzen und lässt die Erinnerungen an die Abstiegssaison immer stärker aufflackern. Der Vorstand registriert jedoch die Fortschritte und hält in norddeutscher Gelassenheit weiter am Trainer und der Mannschaft fest. Und so stehen die Chancen gut, dass man demnächst auch einmal Punkte einfährt. Ob diese dann aber reichen ist eine andere Frage.

Nun noch zur Wahl des Spielers des Spieltages, die mir nicht allzu leicht gefallen ist da sich keiner so wirklich aufgedrängt hat und mir in Gedächtnis hängen geblieben ist. So fiel die Wahl letztendlich auf den Hamburger Mohamed Zidan, dem es als Einwechselspieler als erstem in dieser Saison gelang, die Münchner Abwehr samt Oliver Kahn zu überwinden, die bis zu diesem Spiel erst eine Torchance zugelassen hatte und somit ihr erstes Gegentor hinnehmen musste. Mit einer Gratulation zu dieser Lesitung möchte ich noch allen einen schönen, restlichen Montag wünschen.