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Problemfall Oberliga Nordost/Süd? 11. September 2007

Posted by Moritz in Nordostfussball.
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Erneut ist es in der in der NOFV-Oberliga-Süd zu einem unerfreulichen Zwischenfall gekommen. Bei der Partie FC Eilenburg gegen den VFC Plauen ist ein Gäste-Fan beim Stande von 1:0 auf das Spielfeld gerannt und hat dabei den Schiedsrichterassistenten umgerammt, bevor er festgehalten werden konnte. Daraufhin brach Schiedsrichter Martin Hofmann das Spiel ab.

Zu dieser spielentscheidenden Szene kam es in der 73. Minute. In einem bissig geführten Spiel hatte es zuvor bereits jeweils eine Rote Karten für beide Teams gegeben. Während der Spielunterbrechung nach der zweiten roten Karte geschah es dann. Der alkoholisierte Fan übersprang die Absperrung und raste auf den Schiri-Assistenten zu. Nach der Überwältigung des Mannes unterbrach der Referee die Partie erst für fünf Minuten, um sie darauf letztendlich ganz abzubrechen, da er eine Spielfortsetzung auf Grund der Sicherheitslage nicht für möglich hielt. Auch klagte sein Assistent über Schmerzen im Brustbereich.

Der VFC Plauen entschuldigte sich noch am selben Tag und erteilte dem Übeltäter auch ein Stadionverbot. Auch der Eilenburger Schatzmeister reagierte enttäuscht und sagte in einem Interview mit dem MDR Fernsehen, dass man sich mit den Plauenern vor dem Spiel geeinigt hatte, dass die wenigen Fans nicht in den „Gästekäfig“ müssen um ihnen eine bessere Sicht zu ermöglichen. Doch nun werde man auf solche Experimente verzichten. Denn in einem umzäunten Bereich wäre ein Ausbrechen des einzelnen Fans gar nicht so schnell und überraschend möglich gewesen. Über den Spielausgang entscheidet nun das Sportgericht des NOFV am 18. September. Allerdings wird dies eine schwierige Entscheidung zu treffen haben, da keiner der beiden Vereine am Abbruch ganz unschuldig ist. Deshalb müssen beide mindestens mit einer Geldstrafe rechnen. Unklar ist hingegen ob das Spiel für Eilenburg gewertet oder ganz neu angesetzt wird.

Bei einem anderen Spiel hatten sich ebenfalls einige Fans nicht im Griff. Im Leipziger Zentralstadion bewarfen und bespuckten einige Sachsen Leipzig Fans den Trainer von Germania Halberstadt, nachdem in der Nachspielzeit noch der Ausgleich für die Gäste gefallen ist und der Gastgeber sich weit von seinen Saisonzielen entfernt bewegt.

Auch in der Vergangenheit hat es in dieser Nordost-Oberliga-Staffel mehrfach Probleme mit Fans gegeben. So sei nur an die Erstürmung des Spielfelds und darauffolgende Randale im Innenraum beim Spiel Auerbach gegen die zweite Mannschaft von Cottbus erinnert, als im April dieses Jahres ungefähr 40 Randalierer das Stadion demolierten und erst durch einen Polizeieinsatz gestoppt und entfernt werden konnten. Dort wurde das Spiel interessanterweise weiter geführt und nicht abgebrochen.

Bundesweites Aufsehen erzeugte vor anderthalb Jahren auch der Spieler Adebowale Ogungbure, der inzwischen für Kickers Offenbach spielt. Noch in Diensten von Sachsen Leipzig zeigte er beim Spiel gegen Halle den dortigen Fans als Reaktion gegen andauernde rassistische Ausrufe und Verunglimpfungen den Hitlergruß zeigte und eine Debatte im Rassimus im Fußball auslöste.

In Anbetracht dieser Vorfälle scheint der NOFV kaum zur Ruhe zu kommen. Nachdem im Juni bereits ein Fankongress vom DFB in Leipzig veranstaltet wurde, über den Max berichtete, passierte lange Zeit erst einmal nichts Unangenehmes. Allerdings wurde danach auch nicht viel unternommen. Die Stadien sind immer noch in einem eher maroden Zustand und von geplanten Baumaßnahmen war auch noch nichts zu hören. Man dachte sich sicher in Eilenburg, das sich die Gäste freuen würden und deshalb nicht randalieren werden, als man die wenigen diese auf die Tribüne ließ, um ihnen ein angenehmeres Spiel bieten zu können und sie nicht in den unangenehmen „Käfig“ zu stecken, was ich bei Fans, die, wie die Plauener, als nicht gewaltbereit bekannt sind und in der geringen Anzahl anreisen auch verstehen kann. Gleichwohl hätte der Fan gar nicht auf das Feld kommen dürfen, da dafür selbst in der Oberliga Ordner beschäftigt werden. Der Eilenburger hatte sich wohl möglicherweise kurz ablenken lassen oder stand gerade ungünstig und wahr wohl auch davon überrascht, so dass er zu spät reagierte und die Attacke nicht mehr verhindern konnte.

Allerdings sollte man diese Aktion nicht überbewerten, da es sich um einen alkoholisierten Einzeltäter handelte. Trotzdem darf so etwas natürlich nicht passieren und auch die aufgeheizt Atmosphäre auf dem Platz darf nicht als Entschuldigung herhalten. Gegen solch eine wahrscheinlich spontane Tat wird man sicherlich niemals ganz gefeit sein, wie man auch an „Flitzern“ sieht die immer wieder auch bei höherklassigen oder internationalen Spielen auf das Feld rennen und dabei auch schlimmeres anrichten könnten, anstatt nur der Welt ihr bestes Teil zu präsentieren oder einen Spieler zu umarmen. Ein prominentes Beispiel dafür ist sicherlich die Partie Dänemark gegen Schweden, die aus dem gleichen Grund abgebrochen wurde. Dies zu verhindern ist meiner Ansicht nach mehr Aufgabe der Vereine und ihrer Ordnungsdienste, wobei mit der Unterstützung des Verbandes sanierte Stadien dabei sicher helfen würden. Allerdings sollte dieser auch seine Aktivitäten intensivieren um rassistische Ausrutscher oder auch Zerstörungswut und Randale wie im Frühjahr in Leipzig und Auerbach zu verhindern. Insbesondere die Anzahl an Vereinen, die in der DDR-Oberliga mitspielten und die ein für eine vierte Liga sehr großes Fanpotential haben, dürfte hier ein größeres und dringenderes Problem darstellen. Die Liga aber gleich als eine Problemliga abzustempeln, halte ich trotz des erhöhten und konzentrierten Konfliktpotentials in Ansätzen für gerechtfertigt insgesamt aber für übertrieben, da dadurch auch und vor allem viele bisher vorbildlich arbeitende und kleinere Vereine diskreditiert werden.