Leichter Dämpfer für die Frauen 14. September 2007
Posted by Moritz in Fussball International.add a comment
Heute Mittag hieß es in Shanghai Deutschland gegen England. Was bei den Männern am Ende doch noch eine klare Angelegenheit wurde, sollte bei der WM nun auch den Frauen gelingen. Nach dem klaren 11:0-Auftaktsieg der deutschen Frauen war natürlich die Euphorie groß und man wollte den Schwung mitnehmen in die nächste Partie. Dort allerdings fanden die Titelverteidigerinnen kein probates Mittel um das gegnerische Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen. Da sich im Gegenzug auch die Engländerinnen in der Offensive zurückhielten und sich nicht mit Ruhm bekleckerten reichte es nur zu einem torlosen Unentschieden und konnte damit nicht an die Vorleistung anknüpfen.
Dabei begann die Mannschaft von Silvia Neid das Spiel durchaus vielversprechend und erspielte sich bereits nach sechs Minuten ein erste kleine Chance, als Krahn, die in einem ansonsten unveränderten deutschen Team für die verletzte Sandra Minnert in der Innenverteidigung spielte, nach einer Ecke einen Kopfball auf das gegnerische Tor brachte. Kurz darauf hatten allerdings auch die Engländerinnen im ausverkauften Hongku-Stadion ihre erste Chance als sich Torfrau Nadine Angerer verschätzte und einen langen Ball nicht festhielt, sondern an der Strafraumgrenze mit dem Kopf zur Ecke klären konnte.
Die darauffolgende Ecke war dann für lange Zeit der letzte „Höhepunkt“ in einem Spiel, das immer mehr verflachte. In dieser Phase zeigte sich die deutsche Mannschaft nervös und produzierte viele Fehlpässe. Den Engländerinnen, die mit ihrer guten Deckung den Ballfluss gut verhinderten, konnten daraus allerdings auch keinen Profit ziehen.
Erst kurz vor der Pause drehte die deutsche Elf wieder ein wenig auf und kam zu einigen Chancen, die die englische Torwärterin wenn auch mit einigen Problemen parieren konnte, wie einen guten Schuss von Renate Lingor von der linken Strafraumbegrenzung, den sie erst im Nachfassen sicher hatte.
Nach der Halbzeit machten aber beide Teams wieder da weiter wo sie kurz vor der Pause aufgehört hatten. Die deutschen Frauen spielten unverändert weiter, behielten allerdings auch ihr ungenaues Spiel bei. Die Gegnerinnen von der Insel blieben in der Defensive stark, machten nicht mehr als nötig und warten auf Kontergelegenheiten.
Nach 70 Minuten mühte sich die Neid‘sche Mannschaft noch einmal den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen und kam auch noch zu einigen Chancen. Sie drängten die Engländerinnen teilweise weit zurück. Eine der größten Chancen hatte Birgit Prinz, als sie stark bedrängt, an der nun besseren Torfrau aus England scheiterte. Kurz darauf nutzte auch Garefrekes ihre Chance aus bester Schussposition nicht und scheiterte ebenfalls an der gegnerischen Torwärterin. Das soll es dann aber auch schon gewesen sein mit der kurzen Offensive. Kurz vor Schluss wollte keine der Mannschaften mehr ein spätes Gegentor riskieren und so blieb es beim torlosen Remis.
Insgesamt war es ein schwaches Spiel, in dem sich die Fans oft selber mit Laola-Wellen beschäftigten und in dem keine der beiden Mannschaft durch richtige Torchancen glänzen konnte. Allerdings lässt sich positiv herausheben, dass die deutsche Mannschaft erneut kein Gegentreffer kassieren musste. In der Offensive geschah hingegen auch recht wenig und man konnte die zuletzt überragende Form gegen die Engländerinnen nicht bestätigen. Auch offenbarte man ungewohnte offensive Probleme gegen eine taktisch bestens eingestellte englische Hintermannschaft, die auch nicht durch eine Einzelaktion zu überwinden war. Trotzdem verteidigten sie die Tabellenführung und können guter Dinge in das „Endspiel“ gegen die Japanerinnen am Montag gehen, gegen die schon ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen würde, wobei man in diesen Fall wahrscheinlich schon im Viertelfinale auf die Amerikanerinnen treffen würde.