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Wenn die ARD Frauen-Fussball überträgt 17. September 2007

Posted by M@x in Fussball International, Medien.
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Fussball und die ARD – das ist schon seit vielen Jahren keine Liebesbeziehung. Bei keinem anderen Sender mit regelmäßigen Fussball-Liveübertragungen ist die Qualität der Übertragung so niedrig wie beim „Ersten“. Über die zerhackte Sportschau hatte ich bereits mehrmals berichtet, Europapokalübertragungen gibt es schon lange nicht mehr, sodass das ganze Interesse auf DFB-Pokal und Länderspiel gelenkt ist. Und hin und wieder Frauenfussball. Nun, es ist sicher keine angenehme Sendezeit, mitten in der Woche, 14.00 Uhr – aber von einem gebührenfinanzierten Programm erwarte ich dann doch mehr. Doch dazu gleich mehr, zunächst einige Worte zur Leistung der deutschen Damen.

Mit einem 2:0-Erfolg durch Tore von Birgit Prinz sowie Renate Lingor gegen Japan gelang der Einzug in das Viertelfinale, als Gruppenerster. Nach dem klaren Erfolg gegen Argentinien und der schlechten Partie am Freitag gegen England konnte sich das Team von Sylvia Neid wieder deutlich steigern. Es war zwar keine so überzeugende Leistung wie vor einer Woche, dass ließ aber der Gegner auch nicht zu. Japan stand defensiv deutlich stabiler, sah jedoch vor allem im ersten Durchgang keinen Stich. Da hatten die deutschen Spielerinnen die Spielkontrolle, der Ball lief sehr gut. Einziges Manko: Die Chancenverwertung – mehrere hochkarätige Möglichkeiten wurden vergeben, nur die Rekord-WM-Torschützin Prinz hat getroffen. Nach der Pause ein deutlicher Leistungsabfall: Viele Unzulänglichkeiten, häufige Fehlpässe, niedriges Tempo. Mit der Einwechslung einer Hippie-Japanerin kamen sogar die Asiatinnen zu einigen Chancen, die jedoch entweder durch das gute Stellungsspiel der deutschen Damen oder die starke Torfrau Nadine Angerer vereitelt wurden. Ab der 60. Spielminute jedoch plätscherte das Spiel immer mäßiger dahin, bis ein Elfmeter die endgültige Entscheidung brachte. Die Leistung der DFB-Ladies würde ich genau in der Mitte zwischen den beiden bisherigen Gruppenspielen ansiedeln. Qualifiziert sind sie nun, aber eine so schwache zweite Halbzeit wird man sich im Viertelfinale keinesfalls erlauben können. Deshalb gilt jetzt, dieses Spiel schnell abzuhaken und weiter zu arbeiten, um im Viertelfinale eine weitere Leistungssteigerung zu ermöglichen.

Damit zurück zum für mich größten Ärgerniss des Nachmittages: Die lieblose ARD-Übertragung. Zuvor muss ich anmerken, dass das ZDF gegen Argentinien und England ansprechende Übertragungen gezeigt hat. Dass Frauenfussball ein Nachmittagsprogramm-Füller ist, daran hat man sich schon gewohnt. Nicht jedoch, dass trotz einer Weltmeisterschaft die Übertragung auf Sparflamme gefahren wird. Das geht schon damit los, dass – wie auch beim ZDF – nicht aus China, sondern einem Studio in Deutschland gesendet wird. Vor Ort sind lediglich der Kommentator sowie ein Field-Reporter. Es lässt sich darüber streiten, ob Montag, 14.00 Uhr mehr als zehn Minuten Vorberichte notwendig sind, aber nicht so: Nach einer kurzen Einführung von Moderatorin Ursula Hoffmann und der Vorstellung der Expertin Nia Künzer geht es abrupt und ohne Vorwarnung in das Stadion nach Hangzhou. Verpasst wurde der Einmarsch der Teams und die ersten Takte der deutschen Nationalhymne – peinlich! Dazu war der Ton völlig falsch gesteuert, selbst bei vollem Aufdrehen meines Lautsprechers nahm ich das Lied der Deutschen nur als leises Geklimper wahr. Direkt nach den Hymnen ging es wieder zurück in das Studio, ohne weitere Impression aus dem Stadion kurzer, belangloser Smalltalk zwischen Hoffmann und Künzer. Danach die Abgabe zu Reporter Carsten Flügel. Denkste! Stattdessen meldet sich Gerd Gottlob aus Hamburg, der kurzfristig aufgrund von Tonproblemen einspringen musste und wohl überhaupt nicht darauf vorbereitet war. Nach ca. 10 Minuten stand die Leitung nach China, doch wenige Augenblicke später hörten wir wieder Gottlob. Erinnerungen an die seltsame Pokal-Episode aus Burghausen wurden wach. Irgendwann stand der Ton dann stabil, aber schon sprang mir das nächste Problem in das Auge: Keine Spielzeit wird angezeigt! Das ist doch wohl wirklich nicht zuviel verlangt, mal eine Spielstandszuhr einzublenden. Diese gab es dann zwar im zweiten Durchgang, doch dabei hat sich wohl irgendwas an der Spielstandsanzeige verstellt, sodass dieser dann nur noch schwer zu lesen war und der kreative ARD-Strich unter dem Spielstand fehlte. Während des zweiten Durchgangs immer wieder kleine Muntermacher: Plötzlich ruft eine unbekannte Stimme „Hier ist Hamburg“, oder ein lauter Knall ertönt. Nach der Partie wird sofort abgegeben, in drei Minuten sprechen die beiden Damen im Studio die wichtigsten Szenen durch, noch ein Beitrag über die möglichen Viertelfinalgegner – wo natürlich der Ton viel zu spät aufgedreht wird – und schon ist die Übertragung vorbei! Keine Stimmungen und Stimmen aus China werden eingefangen. So viele Unzulänglichkeiten, ob redaktioneller oder technischer Art, gibt es in dieser Häufung sonst bei keinem anderen Sender. Hoffentlich überträgt ab dem Viertelfinale wieder das ZDF.

Einen Punkt muss ich bei aller Kritik positiv herausheben. Anstelle des sonst unerträglichen Damen-Länderspiel-Reporters Bernd Schmelzer durfte NDR-Reporter Carsten Flügel kommentieren. Ich hatte ihn zuvor noch nie bei einem Live-Spiel gehört, kannte ihn nur als blassen Kommentator bei den Bundesliga-Zusammenfassungen im Rahmen der Sportschau. Doch heute bot Flügel eine ordentliche Leistung, kommentierte angenehm emotional und bewertete die Leistung der deutschen Damen aus meiner Sicht völlig richtig. Flügel würde ich gerne immer bei den Frauen-Übertragungen hören!

Wir werden natürlich auch weiter über die Frauen-Weltmeisterschaft berichten, doch ab morgen steht hier alles im Zeichen des Europapokals. Mit Vorschau und Analysen auf Champions League und UEFA-Pokal bewegen wir uns über den Kontinent. Bis dahin, einen angenehmen Rest-Montag!

Bundesliga-Splitter #5 17. September 2007

Posted by Moritz in Bundesliga.
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Nachdem es am Wochenende hier etwas ruhiger gewesen ist, soll es nun in der fünften Ausgabe unseres Bundesliga-Splitters wieder einen Rückblick auf den fünften Spieltag geben, der doch einige interessante Ergebnisse bereithielt.

So verliert Bayern München langsam seinen Status als die „Übermannschaft“ der Saison. Im Spiel gegen Schalke gelang es ihnen erneut nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Beide Mannschaften hatten bisher in der Saison noch kein Spiel verloren, so dass ein gerechtes Unentschieden beide Serien erhalten hat. In München schien man dieses Unentschieden fast als Erleichterung aufzufassen, da nach den grandiosen Anfangserfolgen ein wenig der Sinn für die Realität im Umfeld verloren gegangen war und fast nur noch über die Höhe des nächsten Sieges spekuliert wurde. Doch nach dem ersten Rückstand der Saison, den Rakitic mit einem verdeckten Schuss bescherte und dem Ausgleich der Münchner durch Klose, mühte man sich zwar konnte aber nicht mehr den endgültigen Siegtreffer erzielen. So konnten sie sanft zu normalen Erwartungen zurückkehren und auch noch ihren Platz an der Spitze behaupten, wobei der Vorsprung nun nur noch einen Punkt beträgt vor den überraschend ärgsten Verfolgern aus Frankfurt und Bielefeld.

Gleich dahinter hat sich schon die Borussia aus Dortmund, die mit einem klaren 3:0 innerhalb von 10 Minuten eine indisponierte Mannschaft aus Bremen, die man eigentlich auf dem Weg der Besserung wähnte, bezwang. In einem hart geführten Spiel, in dem es durch aus auch mehrere rote Karte hätte geben können, zeigte eine immer noch durch einige Verletzte geschwächte Gästemannschaft zunächst eine recht ordentliche Leistung. Doch dann fiel der Startschuss für einen zehnminütigen Torreigen, nach dem die Bremer sichtlich geschockt waren. Sie bemühten sich dann zwar brachten aber ohne Diego, der gelbgefährdet in der Halbzeit ausgewechselt wurde, kaum wirkliche Chancen zu Stande. Allerdings nahm die Partie einen harten Charakter an. Das Nachtreten von Naldo gegen Blaszczykowski, wird wohl ein Nachspiel in der Disziplinarkommision haben. Mit diesem Sieg hat es die Borussia geschafft, sich von ganz unten innerhalb von drei Spieltagen auf den vierten Platz zu spielen. Eine ähnliche Serie wäre auch den Hanseaten zu wünschen, die einem im Moment große Sorgen machen, auch im Hinblick auf die kommenden internationalen Aufgaben.

Am anderen Ende der Tabelle scheint inzwischen ein Magnet für Vereine aus dem Osten der Republik zu liegen. Sowohl Cottbus als auch Rostock konnten erneut nicht punkten und scheinen langsam im Keller auf längere Zeit festzusetzen, da der Rückstand nun schon drei respektive fünf Punkte beträgt auf einen Platz über dem Strich. Allerdings machen beide Mannschaften nicht wirklich Hoffnung auf Besserung, aber zumindest Cottbus konnte sich lange Zeit mit kompakter Abwehrarbeit gegen ein Gegentor wehren. Allerdings fehlt es den Cottbusern im Gegensatz zur letzten Saison an einem Spieler, der des Gegners Abwehr fordern kann und der Mannschaft auch selber Tore beschert, was zu einem guten Zeitpunkt, die Defensivarbeit sicher erleichtert. Mit der aktuellen Situation wird der vor der Saison für seine erfolgreiche Arbeit noch bewunderte Trainer Petrik Sander einen schweren Stand haben. Das sich da VfB-Coach Armin Veh für ihn einsetzte, wird ihm wahrscheinlich im Zweifelsfall auch nicht helfen können. So sieht es, sollte sich Energie nicht fangen, leider düster aus für ihn, da er auch ein unglückliches oder wie der Präsident ausdrückt gar kein Verhältnis zu ihm hat.

Auch in Rostock sieht es zappenduster aus. Bei der erneut deutlichen Niederlage, stimmte es vorne und hinten nicht. Erst lenkte Agali einen Böhmefreistoß ins eigene Tor, obwohl die Defensive bis dahin eigentlich recht gut stand. Zwischenzeitlich erzielte man sogar noch den Ausgleichstreffer. Danach aber ließ man sich mehrfach auskontern und fand sich schnell bei einem Drei-Torerückstand wieder. Angesichts dieser Ergebnisse und immer noch null Punkten auf dem Konto kann einem Angst und Bange werden. Zwar hatte man jetzt im Gegensatz zu zuletzt vorne getroffen und die Anzahl der Tore glatt verdreifacht, aber dafür war die Defensive mehr als durchlässig. Im Moment präsentiert man sich jedenfalls nicht nur gegen Bielefeld kaum bundesligatauglich. Im Gegensatz zu Cottbus steht Frank Pagelsorf der wieder einen Tiefpunkt ausgemacht hat und Konsequenzen androhte, allerdings nicht unter Druck. Außerdem kündigte er jetzt schon an im Winter weitere Spieler zu verpflichten, ob diese dann allerdings noch helfen können steht im Moment in den Sternen.

Zum Abschluss nun noch zu etwas erfreulicherem. Die Wahl zum Spieler des Spieltages steht einmal wieder an. Diese Ehre wird heute Marko Pantelic zu Teil, der in Duisburg die Hertha mit zwei abgefälschten Toren zum ersten Auswärtssieg der Saison führte und dabei auch den bisherigen „Toptorschützen“ der Berliner Solomon Okoronkwo überholte.