Start in den UEFA-Pokal 19. September 2007
Posted by Moritz in UEFA-Pokal.add a comment
Gestern eröffnete der HSV schon den kleinen Bruder der Champions League. Allerdings bekleckerte man sich dort in eine Partie gegen Litex Lovetsch nicht mit Ruhm und zeigte eine äußerst schwache Leistung, die man noch glücklich mit einem Tor krönen konnte.
Doch morgen geht es erst richtig los, wenn dann unter anderen die restlichen drei deutschen Vereine eingreifen werden. Dabei treffen mit Leverkusen und den Bayern gleich zwei Vereine auf einen portugiesischen Kontrahenten, während die Nürnberger sozusagen der ganzen Liga einen Gefallen tun können, indem sie sich gegen die Rumänen aus Bukarest durchsetzen und somit ein weiteres Davonbreschen in der Fünfjahreswertung verhindern.
Diese Aufgabe wird für die Clubberer dabei sicher nicht einfach, trifft man doch auf die Mannschaft, die bereits Hertha und Hamburg in schlechter Erinnerung haben, da sie 2006 den kürzeren zogen, als Rapid erst im Viertelfinale an Stadtrivalen Steua scheiterte. Allerdings haben den amtierenden Pokalsieger im Sommer viele gute Spieler verlassen. Daher ist die Mannschaft schwer einzuschätzen. Trotzdem spielt sie einen offensiven Fußball und liegt in dieser Saison noch ungeschlagen auf dem zweiten Platz noch vor den beiden anderen Teams aus Bukarest. Die Nürnberger haben für ihren ersten internationalen Auftritt seit 19 Jahren damit wahrscheinlich das schwierigste Los gezogen, aber auch das sollte machbar sein. Allerdings bangt man noch um den Einsatz von Ivan Saenko, Joshua Kennedy und Peer Kluge, die allesamt angeschlagen sind.
Die Aufgabe die Bayer Leverkusen erwartet klingt da schon wesentlich machbarer. Die Werksmannschaft trifft in der ersten Runde auf União Leiria. Die ehemalige Mannschaft von Chelsea-Trainer José Mourinho hat einen stetigen Aufstieg hinter sich. Vor knapp zehn Jahren stieg man in die Superliga auf. Später erreichte man sogar einmal das nationale Pokalfinale, in dem an sich aber dem FC Porto geschlagen geben musste. Im weiteren Verlauf erreichte man mehrfach den UI-Cup und schaffte dieses Jahr nun erstmals über den UI-Cup die Qualifikation zur ersten Runde des UEFA-Pokals. In der aktuellen Saison konnte das Team aus Portugal aber noch nicht wirklich überzeugen und steht mit zwei Punkten aus vier Spielen am unteren Ende der Tabelle. Auch die Generalprobe gegen Bayerngegner Belenenses verlor man nach einer Führung noch und offenbarte dabei bei zunehmendem Druck Probleme in der Defensive, die Bayer sicherlich zu nutzen weiß, da man nach den letzten Ergebnissen durchaus selbstbewusst anreisen kann.
Der mit Bayern München letzte deutsche Verein nimmt nach zehn Jahren in der Champions-League nun erstmals nach dem bitteren Ausscheiden in der ersten Runde als Titelverteidiger wieder am UEFA-Cup teil und gilt gleich auch als eine der Favoriten auf den Gesamtsieg. Im Gegensatz zu Uniao hat der Erst-Runden-Kontrahent des FC Bayern eine sehr wechselhafte jüngere Geschichte. So war Belenenses Lissabon vor zwei Jahre schon abgestiegen, als ein anderer Verein zum Zwangsabstieg verdonnert wurde. Kurioserweise stellte man in dieser Saison auch den Torschützenkönig der portugiesischen Liga. Dieser spielt inzwischen aber nicht mehr für den Verein, der sich in der Folgesaison eine solche Zitterpartie ersparen konnte und die Saison als Fünfter abschloss und sogar das Pokalfinale erreichen konnte, das man allerdings gegen Stadtrivalen Sporting verlor. Die Generalprobe für das Spiel, in dem die Bayern klar der Favorit sind, konnte man wie bereits erwähnt noch positiv gestalten und gewinnen. Allerdings gibt auch Ottmar Hitzfeld den seinigen die Marschroute vor:
„Wir müssen die Runde gegen Belenenses Lissabon überstehen, mir ist wurscht wie“
Ähnliches hat sich wahrscheinlich auch Huub Steevens gedacht, als er das Spiel seiner Hamburger in Lovetsch gesehen hat, die ein uninspiriertes Spiel ablieferten, das über weite Strecken unansehnlich war, durch den Treffer von Castelen eine Viertelstunde vor Schluss aber noch ein glückliches Ende nahm und damit hervorragende Chancen für das Erreichen der Gruppenphase eröffnete. Zu Beginn waren die Hamburger, die mit nur einer Spitze spielten, zwar bemüht und kamen zu einigen wenigen Chancen, die allerdings alle vergeben wurden. Im weitern Spielverlauf gab es immer wieder Unkonzentriertheiten, die sogar mehre knappe Torschüsse der Bulgaren zuließen. Doch zum Schluss reichte es auch durch einen Torwartfehler noch zum Sieg.
Alles in allem haben alle drei restlichen Vereine lösbare Aufgaben vor sich. Am schwierigsten dürfte es sicherlich der 1. FC Nürnberg erwischt haben, trotzdem kann man optimistisch sein, dass diese Saison nicht wieder die Hälfte der Bundesligavereine sich in der ersten Runde verabschiedet, wie letztes Jahr Hertha und Schalke. In diesem Sinne wünsche ich heute noch einen spannenden Champions-League-Abend und einen schönen Tag.