Pervers oder was? 20. September 2007
Posted by M@x in Medien.add a comment
Ich frage mich ernsthaft, wie man damit auf unserem Blog landen kann. Ehrlich gesagt finde ich es richtig übel, nach so etwas zu suchen. Gestern vier Anfragen, heute sechs Suchanfragen, schon die Tage zuvor immer Vereinzelte. Worum es geht?
Hat Manuel Neuer eine Tochter?
Ich hasse Leute, die den Sportlern – so gläsern unsere Medienlandschaft ist – keinen Millimeter Privatraum zugestehen wollen. Da ich glaube, dass die Suchanfrage nicht von Manuel Neuer selber kommt, hier ein für alle mal: Das hier ist ein Fussball-Blog und kein Ableger der BILD-Zeitung! Eine Antwort auf die Frage gibt es nicht.
Guten Abend.
3 x 0 und der Mourinho-Abgang 20. September 2007
Posted by M@x in Champions League.1 comment so far
Aus deutscher Sicht war es ein sehr wechselhafter Champions League-Auftakt. Einerseits zeigten alle drei Teams zumindest teilweise in ihren Spielen die Möglichkeiten auf, dass sie in der „Königsklasse“ nicht nur ein Punktelieferant für die großen Namen Europas sind. Andererseits steht trotz ansprechender Leistung am Ende ein dreifacher Nuller, denn weder Werder noch Schalke noch der Meister aus Stuttgart gelang ein Punktgewinn im Auftakspiel.
Das erste deutsche Gegentor der neuen Saison kassierte Werder Bremen. Nachdem dass letzte Bundesligaspiel nicht wirklich zum Aufbauen des Selbstvertrauen geeignet war, musste dem neutralen Beobachter um Werder vorher Angst und Bange sein. Zumal mit Real Madrid ein Gegner wartete, der sich zuletzt in bestechender Form befand. Doch schon die Anfangsphase der partie zeigte: Auch in Madrid spielen nur Menschen – und Werder konnte ganz gut mithalten. In einem Punkt allerdings unterscheiden sich die Spanier von den Bundesligamannschaften. Einfach nur „gut mithalten“ reicht eben nicht, weil ein Team vom Schlag Real dann die erste Torchance nutzen kann und nach einer Viertelstunde durch Raúl in Führung geht. Vorbildlich aber war die Reaktion der Gäste, denn nur knapp eine Minute später erzielte Boubacar Sanogo bereits den Ausgleich – mit freundlicher Unterstützung von Christoph Metzelder, der im Zweikampf einfach nicht energisch genug zu Werke ging. Auch für Torwart Casillas war der Ball nicht unhaltbar. In der Folge aber erhöhte Real den Druck, sodass es eigentlich verwundert, dass es bis zur 74. Minute dauerte, als „Van the Man“ van Nistelrooy den 2:1-Siegtreffer für die „Königlichen“ erzielen konnte. Letztendlich geht dieser Sieg durchaus in Ordnung, Real hat offensiv mehr gezeigt und zwei Fehler von Werder eiskalt ausgenutzt. Die beeindruckendste Szene aber gab es anschließend im TV-Interview mit Real-Coach Bernd Schuster: Dieser gab offen zu, dass ihm das mediale Kasperltheater in Madrid nicht wirklich zusagt und er sich wirklich überlegen müsse, ob dass das sei, was er auf Dauer haben möchte. Im Wortlaut:
Aber ich muss einmal schauen, ob mir diese Art hier auf lange Sicht gefällt. Man muss das dieses Jahr laufen lassen. Was dann kommt, da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Es ist hier nicht mehr so wie zu meiner aktiven Zeit. Es werden keine Informationen, sondern nur Meinungen weitergegeben. [...] Aber ich muss sehen, ob das hier auf längere Sicht das ist, was ich später einmal machen möchte. (Quelle: Premiere)
Das sind ziemlich klare und brisante Worte. Aber wenn sich Schuster in seinen Kompetenzen beschnitten fühlt, ist dieser Zeitpunkt – früh in der Saison und nach starkem Saisonstart – genau richtig, um diesen Tendenzen entgegenzuwirken. Werder Bremen hat auch durch das Remis im Geisterspiel in Piräus immernoch sehr gute Chancen, die Qualifikation für das Achtelfinale zu erreichen. Sowohl Olympiakos als auch Lazio stellten sich im direkten Duell nicht als unschlagbare Gegner hinaus, doch zunächst einmal muss dazu zwingend in zwei Wochen im Westerstadion gegen die Griechen gepunktet werden.
Äußerst unglücklich verlief der Abend für Schalke 04 gegen den FC Valencia. Die Spanier präsentierten sich spielerisch limitiert, stellten sich über weite Strecken des Spiels nur hinten rein, warteten auf Konter. Spielmacher Ivan Rakitic wirkte bei seinem Champions League-Debüt mit der großen Last seiner Position überfordert, fand gegen das Bollwerk kein geeignetes Mittel. Ein 0:0 wäre sicher kein Beinbruch gewesen, aber ein fataler Fehler brachte die Schalker um den verdienten Punktgewinn. Den langen Ball vom portugiesischen Verteidiger Miguel erläuft sich David Villa. Im Laufduell ist Heiko Westermann zu zögerlich, letztendlich bleibt er zurück, weil Torwart Neuer aus seinem Kasten gelaufen kam. Doch auch Neuer geht nicht richtig hin, wird von Villa umkurvt. Komplettiert wird die Serie von Pleiten, Pech und Pannen durch den finalisierenden Beinschuss Villas gegen den mittlerweile eingerückten Westermann. Das war eine völlig unnötige Niederlage, zumal Schalke vor und nach dem Gegentreffer das Spiel kontrollierte. Aber es fehlte der entscheidende Pass, der Spieler, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückt und die Angriffe gegen den kompakten Gegner initiiert. Dazu eine Unstimmigkeit in der Abwehrkette, und sofort sind die Punkte weg. Aber auch Schalke spielt in die Karten, dass sich die Gruppengegner Chelsea und Trondheim nur 1:1 trennten. Doch dazu weiter unten mehr.
Nachdem Schalke und Werder am Dienstag keine Punkte holen konnten, lag die Hoffnung auf dem VfB Stuttgart. Nach holprigem Saisonstart kam Armin Vehs Team zuletzt besser in Schwung, und kontrollierte auch das Spiel gegen die Glasgow Rangers von Beginn an. Trotz der beeindrucken Atmosphäre im „Ibrox“ spielten die Schwaben gut auf, erspielten sich bereits früh die ersten Chancen, als ein abgefälschter Ball am Außenpfosten landete, wenig später gab es eine weitere Großchance durch Cacau. Einzig Innenverteidiger Serdar Tasci machte Sorgen, der den besten Rangers-Akteur, Jean-Claude Darcheville nicht unter Kontrolle bekam. So sorgte der Neuzugang aus Bordeaux auch für die erste Tormöglichkeit der Gastgeber. Bis zur Pause aber war es ein gutes Spiel, hauptsächlich durch die Leistung der Stuttgarter. Tempo und Stimmung stiegen nach dem Seitenwechsel noch einmal an, und Mario Gomez erlöste den VfB durch seinen Führungstreffer nach Khedira-Flanke. Unerklärlicherweise gab es ab der 60. Minute einen Bruch im Spiel der Gäste. Ab diesem Moment bekamen die Schotten in den Zweikämpfen viel zu viel Platz, schlimmer noch: Die VfB-Spieler haben diese Zweikämpfe überhaupt nicht richtig gesucht. Das wurde böse bestraft: Zuerst durch Außenverteidiger Hutton, der lustig durch die gesamte Hintermannschaft von rechts nach links marschieren konnte, ehe er auf Adams ablegte, der mit hervorragender Schusstechnik zum Ausgleich vollendete. Wenige Minuten später hat wiederum Hutton zuviel Platz, sprintet bis in den Strafraum, ehe er von Fernando Meira gelegt wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Darcheville. Trainer Armin Veh war anschließend extrem sauer auf sein Team, das wohl heute eine ordentliche Standpauke erhalten haben wird. Stuttgart schenkt durch nachlässiges Zweikampfverhalten den Sieg her. Damit verspielten die Schwaben zugleich auch eine gute Ausgangsposition in ihrer Gruppe.
Eine Chance aber könnte sich ergeben, weil Gruppengegner Lyon eine desolate Leistung in Barcelona zeigte. Wie erwartet ist das diesjährige Team der Franzosen nicht auf dem Niveau der Vorjahre. Ich hatte es bereits in der Vorschau angedeutet, dass Lyon in dieser Spielzeit wohl große Probleme in der Champions League bekommen wird, und jetzt – auch mit schlechtem Torverhältnis – schon hinten ansteht. Der FC Barcelona hingegen präsentierte sich in der Galaform der Saison 2005/2006. Ronaldinho und Messi egalisierten die schwache Partie von Henry sowie den Ausfall Eto’os im Alleingang. Ebenfalls problemlos marschierte Barcas Finalgegner aus 2006. Arsenal schwingt sich so langsam doch zu einem der ernsthaften Favoriten auf. Wenn es sich dabei nicht nur um eine sehr gute Frühform handelt, war das 3:0 gegen den zweimaligen UEFA-Pokal-Gewinner FC Sevilla eine beeindruckende Leistung. Die Andalusier hingegen enttäuschten auf der ganzen Linie und müssen sich in den nächsten Gruppenspielen eindeutig steigern. Etwas überraschend der Sieg Slavia Prags gegen Steaua Bukarest, was nach den Niederlagen der deutschen Teams auch von der Bundesliga positiv aufgenommen werden dürfte. Den Auftakt erfolgreich gestaltete auch der Titelverteidiger AC Mailand, mit einer – glaubt man Reporter Roland Evers – sehr ansprechenden Leistung.
Für eine kleine Überraschung sorgte Schachtjor Donezk, dass Celtic Glasgow mit 2:0 besiegen konnte. Dabei zogen die Ukrainer ihren Gästen bereits nach neun Minuten den Zahn, als der Endstand schon feststand. Richtig verwunderlich ist diese Niederlage Celtics aber nicht, waren sie doch schon im Vorjahr sehr auswärtsswache.
Wesentlich überraschender hingegen der Punktgewinn von Rosenborg Trondheim beim großen FC Chelsea. Dabei hatten die Londoner große Torchancen, aber in Abwesenheit von Torjäger Didier Drogba gelang der Siegtreffer nicht. Rosenborg beschränkte sich auf typisch skandinavische Tugenden: Taktische Disziplin und kompakte Defensive. Umso ärgerlicher, dass das Gegentor aus einem Torwartfehler von Goalie Lars Hirschfeld resultierte. Nimmt man die Leistung Rosenborgs und die der Schalker, müssen sich die Gelsenkirchener in zwei Wochen sehr strecken, um nicht den nächsten Misserfolg einzufahren. Viel sensationeller als der erste Punkt eines norwegischen Teams auf englischem Boden jedoch war das, was gestern Abend folgte: José Mourinho verlässt den Londoner Verein sofort. Ich muss ehrlich zugeben, dieser Schritt kommt sehr überraschend. Im Frühjahr – als ManU in der Premier League zu enteilen drohte – sah es bereits nach einer Ablösung Mourinhos aus. Doch zuletzt schien die Position des Portugiesen wieder gefestigt. Um die genaueren Umstände zu hinterfragen, bin ich zu wenig Experte im Englischen Fussball, verweise deshalb auf den Blog-Eintrag bei allesaussersport. Es wurden wohl sofort Namen wie Didier Deschamps, Guus Hiddink und Juande Ramos als Nachfolger gehandelt, es läuft aber wohl vorläufig auf die „kleine Lösung“ Avram Grant hinaus. Fakt ist: Auf die vereinsinterne Lösung kommt ein hartes Programm zu, am Sonntag im Spitzenspiel gegen Manchester United, in zwei Wochen dann im wichtigen zweiten Gruppenspiel in Valencia. Wie ich Chelsea kenne, wird Grant wohl nicht wirklich lange Cheftrainer sein. Interessant könnte aber auch die Diskussion werden, ob eventuell der Name Jürgen Klinsmann in den Raum geworfen wird, wie ich bei medispolis aufgegriffen habe.
Damit ist der erste Schwung an Champions League-Abenden schon wieder Geschichte. Wie immer beeindruckte die tolle Flutlichtatmosphäre und das spürbar höhere Niveau als in allen europäischen Ligen. Damit bleiben noch drei deutsche Spiele beim – wie formulierte Moritz es so schön – „kleinen Bruder“ der Königsklasse. Bei diesen Spielen viel Spaß sowie einen angenehmen Wochenausklang!