Ohne Niederlage zum Auftakt 21. September 2007
Posted by M@x in UEFA-Pokal.add a comment
Wie war das nochmal mit den Bayern und dem UEFA-Pokal? „Cup der Verlierer“? Nun haben die Münchener zwar nicht verloren gegen Belenenses Lissabon, aber spätestens seit dem gequälten Auftritt gegen die Portugiesen dürfte auch der letzte Lederhosenträger erkannt haben, dass im UEFA-Pokal auch in der ersten Runde mittlerweile alles andere als bezugsfertiges Frischfleisch angeboten wird. Vielmehr muss sich auch der prominent verstärkte FC Bayern ersteinmal seine Nahrung fangen. Genug der Metaphern – Der Start in den UEFA-Pokal war aus deutscher Sicht sehr unterhaltsam und erfolgreich. Mit drei Siegen und einem Remis konnten sie zumindest teilweise den Rückschlag für die drei Champions League-Teilnehmer vergessen machen.
Moritz hatte darüber bereits am Mittwoch kurz geschrieben, doch hier noch einmal einige Worte zum HSV. Ist es eigentlich Zufall, dass gerade in diesem Moment, wo ich über die Hamburger schreibe, ein Lkw mit HSV-Schild im Führerhaus an meinem Fenster vorbeifährt? Also erkläre ich die Hamburger Leistung mal so: Wenn Arsenal und Barcelona momentan die internationalen Maßstäbe sind, dann vergleichen wir das mit einem Ferrari. Der HSV präsentierte sich in in Lovetsch dann als Lkw, während die Bulgaren bestenfalls Tretauto-Niveau hatten. In einem wirklich mauen Spiel erzielten die Hanseaten immerhin den entscheidenden Treffer, offenbarten aber auch die ein oder andere besorgniserregende Schwäche in den Abwehrreihen. Diese jedoch konnten von ungefährlichen Bulgaren nicht ausgenutzt werden. Warum tun sich die Hamburger bei den drei osteuropäischen Auswärtsspielen diese Saison so schwer? Wenn dann wie gegen Chisinau und Budapest wieder eine Gala in der heimischen Arena folgt, sollte es allen Beteiligten egal sein.
Der letztjährige Viertelfinalist aus Leverkusen überzeugte da gegen UD Leiria (Portugal) schon mehr. Dank der Treffer von Kießling und Rolfes konnte das Spiel souverän gewonnen werden, und es hätte sogar noch höher ausfallen müssen. Nachdem der Bundesliga-Saisonstart wieder einmal sehr durchwachsen war, kommt die Werksmannschaft wohl etwas eher in Schwung als im Vorjahr. Mit einer solchen Leistung sollte auch das Rückspiel in zwei Wochen zur besten Sendezeit (22.15 Uhr, direkt vor den „Sexy Sport Clips“) kein großes Problem werden. Ärgerlich jedoch die Gelb-Rote Karte für Gresko, der mit zwei Flanken das zweite bzw. dritte Tor vorbereitet hatte und sich auf der linken Abwehrseite etabliert hat.
Ebenfalls einen portugiesischen Gegner hatte der FC Bayern. Gegen Belenenses tat man sich aber viel schwerer, als nötig. Nachdem in der ersten Halbzeit das Spiel kontrolliert wurde und der verdiente Treffer durch Luca Toni erzielt werden konnte, verlegte sich der Rekordmeister im zweiten Durchgang nur noch auf Ergebnisverwaltung. Neben einigen ordentlichen Distanzschüssen kamen aus dem Mittelfeld zu wenige Impulse, der sichtbare Wille zur Ergebnisverbesserung fehlte. So ist es vor dem Rückspiel eine gute, aber keineswegs komfortable Ausgangsposition. Belenenses’ Coach Jorge Jesus analysiert und kündigt damit wohl gleich die Marschroute für die Rückpartie an:
Wenn wir im Sturm schneller gespielt hätten, dann wären wir auch zu noch mehr Chancen gekommen.
Der Vorteil für Bayern im Rückspiel liegt darin, dass Belenenses zu einer deutlich offensiveren Spielweise gezwungen wird. Dadurch dürfte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die schnellen Bayern-Spieler einen Konter zur Entscheidung verwerten können.
Als einziger deutscher Vertreter nicht gewinnen konnte der 1. FC Nürnberg. Dabei dominierten die Franken das Spiel gegen Rapid Bukarest über weite Strecken. Letztendlich konnte Hans Meyer seinem Team zwar keinen Vorwurf machen, aber es wurde die Chance verpasst, eine gute Ausgangsposition herauszuarbeiten. Hätte der FCN nur zwei oder drei seiner zahlreichen hochkarätigen Tormöglichkeiten genutzt, wäre es ein deutlicher Erfolg geworden. So aber steht man vor der schweren Aufgabe in Rumänien, zumal Rapid auch hin und wieder sein großes Potential andeuten konnte, was im eigenen Stadion sicher mehr ausgeschöpft werden kann. Ich war überrascht, auf welchem Kuschelkurs alle Nürnberger nach dem Spiel waren, das 0:0 durchweg als Erfolg werteten. Aus meiner Sicht war das torlose Remis nach diesem Spielverlauf eine fahrlässig vergebene Möglichkeit. Am Ende braucht man sich bei dieser Chancenverwertung nicht wundern, wenn wieder einmal ein deutsches Team gegen einen Bukarester Verein die Segel streichen muss.
Nach der intensiven Berichterstattung über den Europapokal rückt jetzt wieder die Bundesliga in den Mittelpunkt – einem Doppelspieltag sei dank! Morgen meldet sich aber zunächst Moritz mit einem Kurz-Bericht zum Viertelfinale der deutschen Frauen bei der Weltmeisterschaft gegen Nordkorea. Zum Gegner ein interessanter Artikel beim Tagesspiegel. Ansonsten wünsche ich einen tollen Start in ein hoffentlich ereignisreiches Fussball-Wochenende!