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Bundesliga vor 20 Uhr 25. September 2007

Posted by M@x in Bundesliga, Medien.
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Alle Zuschauer, die in Sachen Bundesliga auf das Free-TV können zumindest ein kleines bisschen aufatmen. Nachdem Premiere als aktueller Monopolist auf dem deutschen Pay-TV-Markt der Liga mit verschiedenen Horrorszenarien drohte, gab es nun erstmals ein klares Bekenntnis der DFL gegen das Vorhaben des Bezahlsenders. In einem Gespräch des Fachmagazins „Sponsor“ (via kicker) äußerte sich Christian Seifert, Mitglied des Vorstandes der DFL, bezüglich der Ausstrahlung der Bundesliga-Spiele im Free-TV im Rahmen des neuen TV-Vertrages ab der Saison 2009/2010 folgendermaßen:

Der Beginn vor 20 Uhr ist das Wichtigste, und dass alle Spiele gezeigt werden.

Premiere dagegen strebte eine Ausstrahlung nicht vor 22.00 Uhr am Samstag an, und wollte den deutschen Pay-TV-Markt damit einer beschleunigten Entwicklung aussetzen, wie sie in allen anderen großen europäischen Ländern bereits geschehen ist. Die DFL selber hat wohl Angst um Merchandising- und Sponsor-Einnahmen, die mit einer geringeren Präsenz im freiempfangbaren Fernsehen zu der ungünstigeren Sendezeit zurückgehen könnten. Neben dem TV-Vertrag ist die Vermarktung das wichtigste Einnahmefeld der DFL.

Für Premiere dürfte diese Aussagen einen kleinen Rückschlag bedeuten. Einerseits haben sie zwar nach der arena-Pleite momentan den Trumpf in der Hand, und es ist fraglich, ob die DFL die Übertragungsrechte noch einmal in die Hand eines Neulings geben wird. Andererseits ist Premiere auch beim neuen TV-Vertrag nicht konkurrenzlos: Der Sender „Sportdigital“ – der momentan Spiele aus der Basketball-, Handball- und Volleyball-Bundesliga überträgt, wird um die Rechte mitbieten. Eventuell bahnt sich mit einem eigenartigen Konsortium um Leo Kirch noch ein weiterer Konkurrent an.

Von der Erfahrung und dem redaktionellen Konzept ist Premiere mit Sicherheit erste Wahl. Wenn man aber weiter stur an der erheblichen Schwächung der Free-TV-Übertragungen festhält, könnte es wie bereits 2005 eine böse Überraschung geben.

Interessant ist auch ein weiterer Punkt, den Seifert anspricht, es geht dabei um die Trennung zwischen TV- und Internet-Rechten:

Es kann nicht sein, dass die unsinnige Trennung von 2003 jetzt noch fortgeschrieben wird bis 2012.

Die Idee der Liga, den aufstrebenden Markt „Internet-TV“ zur Erschließung neuer Einnahmequellen zu nutzen, war gut. Doch leider sind dafür momentan in Deutschland nicht die Vorraussetzungen gegeben, wohl auch noch nicht im Jahr 2009.

Aus meiner Sicht muss sich überhaupt nichts ändern. Ich habe es bereits mehrmals betont, dass eine Steigerung der Attraktivität nicht mit einem besseren TV-Vertrag einher gehen muss.