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Bundesliga-Splitter #7 27. September 2007

Posted by M@x in Bundesliga.
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Langsam bewegt sich die immer noch sehr junge Bundesliga-Saison 2007/2008 in eine Phase, wo sich bereits erste Tendenzen ablesen lassen. Der Status „Startphase“ sollte spätestens nach dem ersten Doppel-Spieltag abgestreift sein, jetzt kommen auch die nicht im Europapokal aktiven Mannschaften in den Genuss der „Englischen Woche“. In der Tat manifestiert sich nach den anfänglichen Überraschungen von Bielefeld, Frankfurt und Bochum an der Tabellenspitze ein Bild mit vier Teams, die schon eher den hohen Ansprüchen des Titelkampfes genügen. Die wichtigsten Eindrücke des 7. Spieltages gibt es jetzt kompakt zusammengefasst:

Nach zuletzt nur einem Sieg in vier Spielen war das Spiel des Hamburger SV in Dortmund durchaus ein Schlüsselspiel. Spielerisch sah sich das Team von Huub Stevens schon weiter, ehe es zuletzt zu diesem kleinen Rückschlag kam. Doch nach dem Sieg in Lovech und gegen den 1. FC Nürnberg gab es den dritten Erfolg innerhalb von nur fünf Tagen. Dabei musste Stevens wiederum auf die wegen Undiszipliniertheiten gesperrten Demel und Atouba verzichten, aber Jerome Boateng (links) und Miso Brecko (rechts) empfohlen sich auf den defensiven Flügelpositionen für mehr Einsätze in der Startelf. In selbiger wurde Mohamed Zidan vermisst. Der 5-Millionen-Neuzugang ist in Hamburg noch nicht etabliert und momentan nur Bankwärmer. Umso schlimmer, dass Paolo Guerro – der Fehleinkauf des letzten Jahres – immer mehr aufdreht und in Dortmund wohl seine beste Leistung im HSV-Dress zeigte. Somit bleibt für Zidan wohl weiterhin nur der Platz auf der Bank. Nachdem es beim HSV wieder aufwärts zu gehen scheint, muss sich Thomas Doll ernsthafte Sorgen um seine Mannschaft machen. Der schwache Saisonsstart mit zwei Niederlagen wurde durch drei Siege in Folge wieder egalisiert, aber jetzt geht es dank der zweiten Niederlage innerhalb von drei Tagen wieder abwärts. Von den guten Ansätzen der letzten Wochen war nichts mehr zu sehen. Das BVB-Team ist anscheinend immer noch nicht stabil genug, um dauerhaft den hohen Ansprüchen zu genügen. Da wiegen solche heftige 0:3-Niederlagen vor dem eigenen Publikum natürlich besonders schwer.

Eine Wundertüte ist der FC Hansa Rostock. Fünf Niederlagen zum Saisonauftakt folgte am Dienstag gegen Hertha schon der zweite „Dreier“ in Folge. Der Aufschwung bei den Rostockern ist unverkennbar, auch weil Spieler, die in den letzten zwei Jahren nahezu keine Rolle spielten, plötzlich zu Leistungsträgern avancieren. Ich denke dabei an erster Linie an Sebastian Hähnge, der den großen Sprung von der Oberliga in die Bundesliga innerhalb von knapp drei Jahren noch nicht ganz verkraftet zu haben schien. Auch sein Sturmpartner Victor Agali nähert sich langsamer einer besseren Form an. Der Nigerianer arbeitet viel, beschäftigt den Gegner, auch wenn ihm dabei noch das Glück im Abschluss fehlt. Hertha hingegen muss sich nach dieser schlechten Leistung ernsthaft hinterfragen. Nach der frühen Führung durch Marko Pantelic in der 2. Spielminute kam nicht mehr sehr viel. Ein großes Ärgernis dürfte dabei der Brasilianer Lucio sein: Bereits zum zweiten Mal wollte der Neuzugang einen Elfmeter durch eine Schwalbe schinden, was ihm völlig berechtigt auch zum zweiten Mal die kicker-Note 6 einbrachte. Lucio muss aufpassen, dass er mit solchen Aktionen bei den Schiedsrichtern nicht schnell in eine Schublade gerät. So hilft er seinem Team, auch wegen sonst extrem schwacher Leistung, überhaupt nicht weiter. Ein weiteres Problem deutet sich in Berlin außerdem in der Defensive an: Bereits elf Gegentore nach sieben Spielen sind mit Abstand der schlechteste Wert unter den ersten sieben Teams der Liga.

Die schlechteste Gegentorbilanz der Bundesliga hat momentan übrigens Energie Cottbus. Fünfmal klingelte es im Kasten von Tomislav Piplica gestern Abend in der „Allianz Arena“ zu München. Der FCB war im August in bestechender Form, konnte zuletzt aber weder in der Liga noch im UEFA-Pokal vollends überzeugen, auch wenn die Resultate stimmten. Da war Cottbus genau der richtige Aufbaugegner, auch wenn es 59 Minuten dauerte, bis Miroslav Klose den Abwehrriegel knacken konnte. Damit aber war die Moral der Lausitzer gebrochen, zwei weitere Tore von Klose sowie je ein weiteres von Luca Toni und Martin Demichelis machten den klaren 5:0-Erfolg perfekt. Düster sieht es auf Cottbusser Seite aus: Der zweite Ost-Verein Hansa Rostock hat sich nach schwachem Saisonstart erholt, aber bei Energie wird es immer schlimmer. Die Neuzugänge sind keine Verstärkungen, zudem endete der hässliche Streit zwischen Trainer Sander und Präsident Lepsch in der Entlassung des Übungsleiters. Am Tag nach Sanders Abgang nahm übrigens auch Interimstrainer Hoßmang seinen Hut, weil der nach der erfolgten Suche eines Sander-Nachfolgers ebenfalls gehen sollte. Somit rückte Amateurtrainer Heiko Weber auf. Ob er allerdings eine Dauerlösung ist, halte ich für fraglich, obwohl der ehemalige Jena-Coach durchaus das Zeug hätte. Im Endeffekt wird wohl ein klassischer „Feuerwehrmann“ in Cottbus landen. Aber hoffentlich nicht Norbert Meier.

Ein ernsthafter Konkurrent im Abstiegskampf scheint für Cottbus der 1. FC Nürnberg zu werden. Der Pokalsieger mit Kult-Trainer Hans Meyer kommt einfach nicht auf die Beine, jetzt gab es mit 1:2 die nächste Niederlage. Fünf Punkte nach sieben Spielen sind natürlich viel zu wenig, zumal der Abstand auf den anvisierten zehnten Platz schon fünf Zähler beträgt. Momentan geht es für Nürnberg mehr darum, elementare Dinge wieder in Gang zu bringen, die taktische Ordnung, die den Club im letzten Jahr auszeichnete, ist völlig verloren gegangen. Anders beim Gegner Bayer Leverkusen. In den letzten Jahren startete das Werksteam jeweils sehr durchwachsen, um am Saisonende stärker zu werden. Doch diese Saison macht das Skibbe-Team gleich vom ersten Spieltag an ganz oben mit. Wer hätte gedacht, dass das Duell mit Bayern München am Samstag ein echtes Spitzenspiel wird. Aber es ist wahr: Tabellenführer Bayern trifft auf seinen ersten Verfolger aus Leverkusen! Die Neuzugänge integrieren sich immer besser, die optimale Position für Talent Arturo Vidal scheint endlich gefunden – im defensiven Mittelfeld statt auf der linken Außenbahn. Zudem lässt sich das Team auch durch kleine Rückschläge nicht beirren, so erzielte Barnetta nur drei Minuten nach dem Nürnberger Ausgleichstor den zweiten Treffer für Bayer und machte den Sieg damit perfekt.

Abschließend bleibt noch die Wahl zum „Spieler des Tages“. Man könnte es sich einfach machen, und Miro Klose nach seinem Dreierpack artig zu dieser Ehrung gratulieren. Stattdessen wage ich mich, den Rostocker Sebastian Hähnge an dieser Stelle zu benennen. Hähnge ist maßgeblich beteiligt am Aufschwung der Rostocker, verarbeitet die schweren letzten anderthalb Jahre jetzt mit Toren. Weiter so!