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Bundesliga-Neuling übernimmt Energie Cottbus 28. September 2007

Posted by M@x in Bundesliga, Nordostfussball.
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Nach der Absage von Jürgen Kohler als Nachfolger für Petrik Sander hatte Energie Cottbus seit Sonntag mit drei Kandidaten verhandelt: Dem Norweger Jörn Andersen, Lech Posen-Coach Franciszek Smuda sowie einem unbekannten dritten Mann. Das Problem für die Medien: Sie kannten den Namen des Unbekannten nicht, und dieser war auch noch Wunschkandidat Nummer 1. Aber jetzt ist es raus: Der Slowene Bojan Prasnikar hat in der Lausitz einen Vertrag bis 2009 unterschrieben.

Damit übernimmt ein Bundesliga-Neuling das Himmelfahrtskommando. Angesichts der schlechten Lage auf dem deutschen Trainermarkt und der Cottbusser Affinität zu Osteuropa verwundert diese Verpflicht nicht sehr. Präsident Ulrich Lepsch setzt sich damit noch mehr unter Druck, einen Deutschland-Neuling zu verpflichten. Sollte dieses Experiment schiefgehen, ist der Boss wohl endgültig unten durch bei den Anhängern. Lepsch selber jedoch ist natürlich überzeugt von seinem neuen Übungsleiter:

Wir sind sehr froh, dass wir einen erfahrenen Trainer und ausgewiesenen Fachmann unter Vertrag nehmen konnten. (kicker online)

Auch wenn er in Deutschland weitestgehend unbekannt ist, hat er sich zumindest in seiner Heimat schon einige Meriten erworben. Als Vereinstrainer zeichnet er sich für mehrere Meistertitel von Olimpija Ljubiljana und NK Maribor verantwortlich. Mit Maribor schaffte er 1999/2000 sogar den Sprung in die Gruppenphase der Champions League. Dort schied sein Team im Endeffekt zwar aus, aber in zwei Spielen gegen Bayer Leverkusen (0:2, 0:0) konnte man sich einigen Respekt erarbeiten. Außerdem betreute Prasnikar mehrmals das slowenische Nationalteam. Zuletzt trainierte er Primorje Ajdovscina in seiner Heimat.

Ein wichtiger Punkt aus meiner Sicht ist, dass der 54-jährige die deutsche Sprache spricht. Zusätzlich dürfte er sich auch mit den zahlreichen Osteuropäern im Kader des FC Energie gut verständigen können. Der kicker beschreibt Prasnikar als Taktikfuchs und Kumpeltyp, womit er Petrik Sander sehr nah kommt. Grundlegend wird sich unter ihm auch nichts ändern, schließlich hat auch der neue Coach den gleichen Kader zur Verfügung. Energie muss sich wieder auf die Stärken besinnen, die sie im Vorjahr so stark gemacht haben: Kampf und defensive Stabilität. Der Ruf als „Ekel der Liga“ muss wieder aktiviert werden.

Aber der Zeitplan ist eng: Heute 14.30 stellt das Präsidium den neuen Trainer vor, anschließend leitet er erstmals das Mannschaftstraining. Am Sonntag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt sitzt Prasnikar erstmals als verantwortlicher Cheftrainer auf der Bank. Der bisherige Interimscoach Heiko Weber übernimmt damit wieder die zweite Cottbusser Mannschaft, die momentan am Tabellenende der Regionalliga Nord steht.

Zum Abschluß noch ein Hinweis in eigener Sache: Morgen abend gibt es das zweite Live-Blogging der Saison. Dabei können sich alle Leser auf eine lange, portugiesische Nacht freuen. Ab 20 Uhr berichte ich nacheinander von den Derbys Sporting-Benfica sowie FC Porto-Boavista. Bis dahin, einen angenehmen Start in das Wochenende!