Viel Glück, Können und ein wenig Pech… 30. November 2007
Posted by Moritz in UEFA-Pokal.add a comment
… erlebten die Zuschauer am gestrigen Uefa-Cup-Spieltag, bei dem die Ergebnisse seit langer Zeit einmal wieder hinter diejenigen aus der Königsklasse zurückfallen. Obwohl alle deutschen Vertreter in Führung gingen, konnte am Ende nur der Hamburger SV das Feld als Sieger verlassen.
Doch zunächst zu den Nürnbergern, die in St. Petersburg die Ehre hatten den Reigen der Uefa-Cup-Spiele zu eröffnen. Gegen den schon drei Wochen spielfreien russischen Meister schickte Hans Meyer dieselbe Elf ins Rennen, die auch schon gegen Dortmund dem abstiegsbedrohten Pokalsieger drei Punkte bescherte. Dabei gingen sie mutig zu Werke und konnten die Partie zu Beginn recht ausgeglichen gestalten. Die erste große Chance gehörte aber Pogrebnyak, der freistehend den Ball nur knapp am Nürnberger Gehäuse vorbeischoss. Ein wenig später aber war es Charisteas, der es besser machte und somit ein wenig überraschend den Club in Front brachte als sein Schuss abgefälscht und dann vom russischen Keeper Contofalsky ins Tor gelenkt wurde. Zenit, das den Rückstand gut verkraftete schaltete dann einen Gang hoch und brachte das Gästetor mehrfach in Bedrängnis. Doch sie vollendeten keine der vielen großen Chancen und so „überlebte“ die nun sehr glückliche Führung bis eine Viertelstunde vor Schluss, in der sich Zenit durch zwei Tore innerhalb von drei Minuten auf die Siegerstraße zu begeben schien und das Spiel drehte. Doch nach einer Ecke gelang Nürnbergs Joker Benko doch noch der Ausgleich und ermöglichte damit seinem Team den ersten, wenn auch glücklichen, Punktgewinn in der Gruppenphase und erhielten sich somit die Chacne auf ein weiterkommen, während die Elf von Trainer Dick Advocaat zwei Punkte verschenkte. Die „Clubberer“ können somit zumindest mit einem kleinen Erfolgserlebnis in das Abstiegsduell gegen den MSV Duisburg gehen.
Die Hanseaten konnten hingegen zu Hause in Hamburg überzeugen und gewannen deutlich mit 3-0. Für die Gäste aus dem französischen Rennes ging es in diesem Spiel schon um ihre letzte Möglichkeit sich noch reale Chancen für einen Verbleib im internationalen Geschäft zu sichern, wofür sie allerdings mindestens ein Unentschieden oder besser einen Sieg gebraucht hätten. Deshalb standen sie zunächst sehr tief und störte die Hamburger im Spielaufbau, was dazu führte, dass der HSV zunächst nur schwer ins Spiel fand. Nach einigen, frühen und erfolglosen Kontern der Gäste, fingen sie sich aber und näherten sich ihrerseits immer mehr dem gegnerischen Tor an. So war es nach genau einer halben Stunde Van der Vaart persönlich, der nach einem schönen Pass zur Führung vollenden konnte. Stade Rennes stand nun unter Zugzwang und musste etwas unternehmen. Nur sie taten es nicht, bzw. stand der HSV, der sich nun etwas zurücklehnte, so solide in der Defensive, das die mehr als harmlosen Gäste kein Mittel fanden, den Hamburger Fans den Abend zu vermiesen. Auch nach der Pause kam aus der anderen Hälfte nichts. So konnte Choupo-Moting vier Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Uefa-Pokal-Tor dann alles klar machen, bevor Zidan nachdem er im Strafraum gelegt worden war, den fälligen Elfmeter selbst verwandelte. Für die Gäste, die weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto haben, dürfte sich einer der drei vorderen Plätze somit so gut wie erledigt haben, während der HSV nun voller Punktausbeute an der Tabellenspitze beste Chancen auf ein Weiterkommen hat und ihrem Trainer mit dem 14. Spiel ohne Niederlage ein schönes Geburtstaggeschenk bereitete. Dabei war der Sieg nach der Führung eigentlich nie gefährdet und man konnte Kräfte sparen für das Spitzenspiel der Bundesliga gegen den Rivalen aus Bremen.
So in etwa dürften sich auch die Bayernverantwortlichen das Gastspiel in Portugal vorgestellt haben. Doch am Ende wurde es wieder nur ein Unentschieden gegen einen Gegner, der in der Lokalpresse vor dem Spiel mit Vergleiche aus dem Vietnam-Krieg tönte, indem der eigentlich Stärkere ja auch den Kürzeren gezogen hätte. Nach der Kritik an seinem Rotationssystem gegen die Bolton Wanderers schickte Coach Hitzfeld nun seine beste Mannschaft auf den Platz. Allerdings stellte sich Sporting Braga hinten rein und war darauf bedacht die Räume dicht zu machen, so dass sich kaum Chancen auf beiden Seiten ergaben. Ribéry versuchte zwar mit Dribblings und Pässen das Spiel anzukurbeln, blieb aber meist glücklos. Nach dem das Spiel längere Zeit beiden Strafräumen ferngeblieben war, wurden die Portugiesen auf einmal aktiver und kamen zu einigen guten Chancen, die Oliver Kahn allerdings parieren konnte und somit einen sicheren Rückhalt darstellte. Der zweite Durchgang begann dann mit einem Paukenschlag. Toni bediente Klose der zur bayerischen Führung einschieben konnte. In der Folgezeit gewann das Spiel vor allem auf Seiten der Gastgeber zunehmend an Härte, was sich auch an der Zahl der insgesamt sieben gelben Karten ablesen lässt, wobei es durchaus die ein oder andere mehr hätte sein können. So wurde jedoch der Spielfluss der Münchner gestört, die aber weiterhin tonangebend waren. Nachdem Paulo Santos eine gute Chance von Ribéry vereitelte, fiel parktisch im Gegenzug das unglückliche Gegentor. Der Österreicher Linz, in Diensten der von Braga, nutzte dabei einen Ausrutscher von Martin Demichelis und traf mit einem Flachschuss zum Ausgleich unhaltbar für Kahn ins Tor. Dabei blieb es dann auch. Die von vielen als Favorit auf den Pokalsieg gehandelten Münchner holten damit in einer schwachen Partie erneut nur einen Punkt, der zwar nur unglücklich zu Stande kam, am Ende allerdings leistungsgerecht war und kommen nun auf derer vier in ihrer Gruppe. Somit haben sie noch alle Chancen auf das Weiterkommen und auch der Gruppensieg liegt noch im Bereich des Möglichen, für den allerdings mal wieder ein Sieg erreicht werden müsste.
Nach dem dritten Spieltag, bei dem sich Bayer Leverkusen ruhig die Spiele zu Hause anschauen konnte, haben noch alle deutschen Vertreter eine mehr oder weniger große Chance die nächste Runde zu erreichen, wofür unter Umständen ja auch nur ein Tor reichen kann. Somit geht nun eine internationale Woche zu Ende, die insgesamt mit überdurchschnittlichen Ergebnissen aufwarten konnte. In der Hoffnung auf eine Fortsetzung verabschiede ich mich nun ins Wochenende und wünsche allen einen schönen ersten Advent und einen guten Start in den letzten Monat des Jahres.
Und da haben wir die Endspiele 29. November 2007
Posted by M@x in Champions League.add a comment
Endlich wieder ein erfreulicher Abend, nach dem man hier nicht Trübsal blasen muss und mit flockigen Durchhaltesprüchen die Chancen der deutschen Teams in der Champions League schönreden darf. Stattdessen ist die Situation für Werder und Schalke jetzt so komfortabel, dass es beide Teams selber in der Hand haben, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren! Wer hätte das nach der Konjunktiv-Lehrstunde vor drei Wochen noch gedacht? Auch auf anderen Plätzen geht es am letzten Spieltag noch richtig rund, deshalb flugs der Überblick über die wichtigsten Spiele der Runde:
Am Dienstag leistete der VfB Stuttgart Schützenhilfe für Olympique Lyon. Und das obwohl die Franzosen nicht einen Punkt gegen den deutschen Meister springen ließen. Aber für die Schwaben galt es, sich ordentlich aus der Saison zu verabschieden, was mit dem 3:2-Sieg und schön herausgespielten Treffern auch gelang. Dabei gefielen diesmal auch die Rangers durchaus mit ansehnlichem Offensivspiel, was sich letztendlich aber nicht auszahlte. Das Finale für die Schotten steht in zwei Wochen im eigenen Stadion gegen Olympique an. Aufgrund des 3:0-Sieges in Frankreich kann sich Glasgow mit einem 0:0 in das Achtelfinale mauern. Die Partie zwischen Lyon und Barcelona war ein intensives, abwechslungsreiches Spiel. Nach dem schlechten Start hat Olympique bewiesen, dass es durchaus berechtigte Ansprüche auf das Achtelfinale anmeldet. Das Aufeinandertreffen von Barcelona und Stuttgart hat in zwei Wochen nur noch statistischen Wert.
Ganz anders die Situation in Gruppe A. Mit dem dollen 4:1 gegen Porto dreht der FC Liverpool immer mehr auf. Noch ein Erfolg gegen Marseille am letzten Spieltag, und es wäre geschafft. Unabhängig davon kann sich jetzt auch Besiktas Istanbul mit einem Dreier in Porto auch noch für die Runde der letzten 16 anbieten. Eine wirklich bemerkenswerte Situation, dass sich auch nach fünf Spieltagen noch kein klares Tabellenbild herausgebildet hat und de facto alle vier Teams Chancen auf ein Weiterkommen haben.
Mit einem dicken Sieg in Trondheim wischt der FC Chelsea London jeden Zweifel weg und kann sich als erstes Team in Gruppe B durchsetzen. Dahinter hat Schalke nach dem 0:0 in Valencia das gewünschte Endspiel gegen Rosenborg im heimischen Stadion. Ohne große Glanzpunkte zu setzen, lieferte Schalke einen ruhigen, abgeklärten Vortrag, der aber mit ein wenig mehr Mut auch zu einem Sieg gekrönt hätte werden können. Doch besser so als im Hinspiel, wo man eben mit etwas mehr Einsatz zuviel riskierte und Valencia eine Steilvorlage für den bis heute einzigen Sieg lieferte. Nach dem Spiel in Trondheim scheint Rosenborg wenige Wochen nach Ende der norwegischen Meisterschaft nur noch ein Schatten des Septembers und Oktobers und ist demnach wohl nur ein Spielball für Schalke. Wenn man es gegen diese blamabel auftretende Rosenborg-Elf nicht schafft, dann hat es Schalke auch nicht verdient.
Werder Bremen brauchte unbedingt einen Sieg, um weiter im Rennen zu bleiben. Mit einer Rumpf-Elf und wiederum von kurzfristigen Ausfällen (Wiese, Borowski) geplagten Bremern waren die Vorzeichen zunächst alles andere als gut. Doch mit einem großen Herz und jeder Menge Laufarbeit wurden die ballverliebten Spanier bekämpft. Nur die Pest für deutsche Mannschaften, Ruud van Nistelrooy, vermochte kein Grün-Weißer auszuschalten, sodass es kurz vor Ende noch einmal unnötig spannend wurde. Vielleicht sollte sich Werder nach einem vernünftigen Ersatz-Torhüter umschauen, denn Christian Vander konnte erneut nicht überzeugen und ließ mit seinem unentschlossenen Auftreten beim dritten Treffer Real erst die Möglichkeit, wieder in die Partie zu finden. Doch glücklicherweise hatte das gestern nicht diese fatalen Folgen wie einst gegen Piräus. Positiv erwähnt werden muss noch das Comeback von Aaron Hunt, der nach ewiger Verletzungspause mit einem Treffer und großem Einsatz seinen Wert für Werder nachhaltig unterstricht, genauso wie Marcus Rosenberg, der wohl seine beste Partie für Weder absolvierte. Damit ist klar: Ein Sieg in Piräus, und Werder ist durch!
Soweit kurz zu den wichtigsten Gruppen und Spielen. In der nächsten Woche werde ich mich ausführlich der Gruppe D mit Milan, Celtic, Donezk und Benfica widmen, denn auch dort ist es noch spannend und bereits am Dienstag finden dort vorgezogene Spiele statt. Morgen gibt es die Auswertung der UEFA-Pokal-Spiele.
Wir holen den U-U-EFA-Cup! 28. November 2007
Posted by M@x in UEFA-Pokal.add a comment
Nachdem gestern Abend endlich der deutsche Meister VfB Stuttgart aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist und den Glasgow Rangers ein 3:2 abtrotzen konnte, trugen die Schwaben damit zumindest einen kleinen Teil bei, dass Deutschland in der UEFA-Fünfjahreswertung wieder Boden gut macht. Seit dem gestrigen Abend ist nämlich auch offiziell der letzte rumänische Vertreter – Steaua Bukarest – aus allen europäischen Wettbewerben ausgeschieden. Damit ist das in den letzten Monaten gepushte Schreckgespenst aus Rumänien jedweder Spuckkraft beraubt! Am morgigen Donnerstag greifen drei Vertreter aus der Bundesliga in den UEFA-Pokal-Spielbetrieb dieser Woche ein und stehen dabei vor durchaus interessanten Aufgaben.
Den Anfang machen bereits am späten Nachmittag die Nürnberger, die ein schweres Auswärtsspiel bei Zenit St. Petersburg zu bestreiten haben. Nach dem desaströsen Auftreten bisher in der Liga konnte der Club am Wochenende endlich wieder einen Sieg feiern und sammelte zugleich auch Selbstvertrauen für die Partie in Russland. Die Russen ihrerseits sind seit wenigen Wochen nicht mehr im regelmäßigen Spielbetrieb, was Vor- und Nachteil bedeuten kann. Doch die Zenit-Spieler werden mit breiter Brust in die Partie gehen, denn mit einem Sieg wäre man schon sicher für die nächste Runde qualifiziert. Zudem gelang zum Abschluss der Liga-Saison der Meistertitel, der Zweite überhaupt in der Vereinsgeschichte nach dem Triumph in der UdSSR-Liga 1984. Bekanntester Akteur in Reihen der Moskauer ist sicherlich der Trainer – Dick Advocaat hat man in Mönchengladbach in nicht besonders guter Erinnerung, seine zweifellos vorhandenen Fähigkeiten hat er in Moskau aber mit dem Titelgewinn schon unter Beweis gestellt. Die bekanntesten Namen im Kader sind die Slowaken Kamil Contofalsky und Martin Skrtel sowie der ehemalige Rangers-Spieler Fernando Ricksen als erfahrener Lenker im Mittelfeld. Der 1. FC Nürnberg ist zu einem Sieg verdammt, wenn nicht bereits jetzt schon der Anschluss in der Gruppe verloren werden soll. Dabei muss Trainer Hans Meyer wohl auf Andreas Wolf verzichten.
Der Hamburger SV ist Favorit im Spiel gegen Stade Rennes. Die starke Serie in der Liga und das unbeeindruckte Auftreten nach dem Verkündeten Ende der Ära Stevens im kommenden Sommer bringt die Hansestädter zu diesem Status. Nun gilt es, mit einem zweiten Sieg nach dem 1:0 in Bergen die Qualifikation für die nächste Runde perfekt zu machen. Der Gegner aus Rennes besteht aus in Deutschland großteils unbekannten Namen, mit einigen Ausnahmen. Bekanntester Spieler ist Sylvain Wiltord, der sich zum Ausklang seiner Karriere seine Brötchen in Rennes verdient. Für die Hamburger gilt es, die Mannschaft von Coach Pierre Dréossi nicht zu unterschätzen. Denn Stade Rennes absolvierte bisher eine starke Saison, zumindest in der heimischen Ligue 1. Nach 15 Spielrunden steht bisher der vierte Tabellenplatz, am Samstag gab es aber eine Niederlage gegen Tabellenführer Olympique Lyon. Schlimmer sieht es da schon im UEFA-Pokal aus: Eine Niederlage gegen Basel sowie ein trostlos torloses Remis gegen Dinamo Zagreb steht zu Buche. Somit stehen die Franzosen bereits mächtig unter Zugzwang, es sollte schon mindestens ein Punktgewinn in Hamburg sein. Rennes kann sich noch bedanken, dass in dieser Gruppe bisher kein Team wirklich überzeugen konnte und somit noch alles offen ist.
Der FC Bayern scheint ein Portugal-Abo zu haben: Nachdem man bereits letzte Saison gegen Sporting Lissabon in der Champions League gespielt hat, ging es in der 1. Runde des UEFA-Pokals gegen Belenenses Lissabon. Jetzt trifft man im Norden des Landes auf Sporting Braga, die sich in der Vergangenheit mit guten Leistungen hinter den „großen Drei“ in Portugal etabliert haben. Diese Spielzeit jedoch ist bisher durchwachsen, nur Platz Sieben und bereits vier Niederlagen nach elf Spieltagen. Auch in der internationalen Gruppe sieht das nicht besonders rosig aus: Nach dem 1:1 zum Auftakt in Bolton hatte Sporting zuletzt spielfrei und sollte eigentlich gegen die Bayern punkten. Der deutsche Rekordmeister absolviert seine Auftritte im ungeliebten Ersatz-Wettbewerb für die verpasste Königsklasse bisher recht souverän, mal vom unglücklichen Spiel gegen Bolton Wanderers abgesehen. Mit einem Sieg werden sich die Bayern bereits vorzeitig durchsetzen können und das letzte Spiel gegen Aris Saloniki ruhig angehen.
Wie aus dieser Phase des Wettbewerbs gewohnt erwarten uns keine Spitzenspiele, aber ich zähle schon auf gute Vorstellungen der deutschen Mannschaften. Während ich für Hamburg und die Bayern auch aufgrund ihrer starken Liga-Leistungen die Chance auf einen Sieg sehr hoch ansiedle, wird das Spiel für den 1. FC Nürnberg in St. Petersburg sehr schwer, aber richtungsweisend. Morgen gibt es hier die Analyse des Champions League-Spieltages. Bis dahin, viel Spaß mit den Spielen der europäischen Wettbewerbe!
Der CL-Jackpot: 14 Achtelfinal-Tickets! 27. November 2007
Posted by M@x in Champions League.2 comments
Langsam wird es richtig ernst. Die letzten warmen Sommerabende sind jetzt überall verdrängt durch die klaren, kalten Winternächte. Für die europäisch aktiven Vereine der UEFA-Konföderation heißt es damit: Arsch zusammenkneifen und alle Kräfte mobilisieren für das große Finale in den Wettbewerben. Den Anfang macht am Mittwoch und Dienstag die Champions League. Nach vier Spieltagen haben sich mit Arsenal London und Manchester United bereits zwei Teams fix qualifiziert. Natürlich zwei englische Teams – welche auch sonst? Dahinter aber ist es zumeist noch eng. Außer dem VfB Stuttgart, Dynamo Kiew, ZSKA Moskau sowie Steaua Bukarest haben aber die restlichen 26 Teams noch mehr oder weniger theoretische Möglichkeiten auf die nächste Runde. Wie bereits aus den vorherigen Spielrunden gewohnt, hier der Blick auf die deutschen Begegnungen sowie andere, wichtige Spiele auf Europas Plätzen:
VfB Stuttgart – Glasgow Rangers (Di., Schiri: Ceferin/SLO)
Die Stuttgarter hatten bereits nach dem dritten Spieltag die Champions League abgeschrieben und sich voll dem Bundesliga-Geschäft verschrieben, was letztendlich eine weise Entscheidung war: In der Liga läuft es wieder, die Leistung in Lyon war durchaus ansprechend, auch wenn es wieder nicht zu einem Punktgewinn reichte und es noch zu viele individuelle Fehler gab. Doch mit der nötigen Lockerheit sollte es doch gegen Glasgow endlich klappen. Die Rangers ihrerseits sind eigentlich zum Siegen angehalten, denn damit würde man Olympique Lyon im Parallelspiel gegen Barcelona gehörig unter Druck setzen und eventuell sogar einem Entscheidungsspiel am letzten Spieltag im Ibrox aus dem Weg gehen. Das Hinspiel war für die Stuttgarter eine unglückliche Angelegenheit: Nach starker Phase gab man ab der 60. Spielminute die Kontrolle aus der Hand und verlor wegen eigener Dummheit. Ohne zu sehr in den Theorie-Teil abzudriften – ich bin mir sehr sicher, dass es bei einem Erfolg in Glasgow für die Stuttgarter ganz anders gelaufen wäre. Schade drum!
Olympique Lyon – FC Barcelona (Di., Schiri: Farina/ITA)
Es ist schon erstaunlich, wie sich Olympique nach dem schlechten Start in die Gruppenphase gefangen hat. Allerdings wird sich erst jetzt zeigen, wie die zwei Siege gegen den VfB Stuttgart einzuordnen sind. Da im Parallelspiel (leider) nicht unbedingt mit Stuttgarter Schützenhilfe zu rechnen ist, sind die Franzosen zu eigener Initiative gezwungen. Es wird mit Sicherheit eine interessante Begegnung, auch weil Barcelona seinerseits die Möglichkeit hat, sich bereits vorzeitig das Ticket für das Achtelfinale zu sichern.
FC Liverpool – FC Porto (Mi., Schiri: Rosetti/ITA)
Für den FC Liverpool heißt die Devise weiter: Die Siege müssen her! Nur zwei Punkte aus den ersten drei Spielen hängen dem Vorjahresfinalisten noch jetzt wie Blei an den Hacken, mit dem 8:0 gegen Besiktas wurde mit einem lauten Knall die Aufholjagd gestartet. Die Tabellenkonstellation verrät: Ein Sieg gegen Porto, dann kann am letzten Spieltag aus eigener Kraft der Einzug in das Achtelfinale geschafft werden, weil man dann in engster Position mit Olympique Marseille den direkten Vergleich (bei Liverpool-Sieg in Marseille) für sich gewonnen hätte, die bessere Tordifferenz sowieso. Spielt in diesen Gedankenspielen allerdings der FC Porto mit? Die Portugiesen konnten noch nicht vollends überzeugen, stehen aber mit acht Zählern verdient an der Tabellenspitze und zeigten bisher die konstantesten Leistungen in dieser Gruppe. Porto ist immer für eine Überraschung gut. Liverpool muss sich in Acht nehmen!
FC Valencia – Schalke 04 (Mi., Schiri: De Bleeckere/BEL)
Wie schön könnte das doch sein, hätte Schalke nicht am ersten Spieltag völlig unnötig die Heimpartie gegen Valencia verloren! Es ist bis heute der einzige Punktgewinn des FC Valencia, die nunmehr kaum noch Chancen auf die nächste Runde haben. Zum großen Schalker Glück ist die Gruppe so eng und Chelsea wieder in guter Form, dass – ein erwarteter Erfolg der Londoner in Rosenborg vorrausgesetzt – Schalke mit einem eigenen Erfolg in Spanien wieder auf dem zweiten Rang wäre. Es ist aber wohl die letzte Chance! Dann würde in zwei Wochen das absolute Endspiel gegen die Norweger folgen! Mit etwas Abstand wird sogar der Punktgewinn gegen Chelsea in der Arena noch wertvoll. Valencia kann sich zwar theoretisch noch für das Achtelfinale qualifizieren, doch dazu ist schon ein kleines Wunder nötig. Mit einem Sieg aber wäre diese Gruppe wirklich wieder sehr interessant, egal wie die Parallelpartie ausgeht. Ich jedoch glaube und hoffe auf einen Schalker Erfolg, die am Samstag in Hannover gezeigt haben, dass sie auch schwierige Spiele gewinnen können. Gegen Chelsea haben sie auch schon ihre gehobene internationale Qualität nachgewiesen. Aber diese letzte Chance muss genutzt werden. Glück auf!
Rosenborg Trondheim – Chelsea London (Mi., Schiri: Benquerenca/POR)
Ob ein portugiesischer Schiedsrichter für diese Begegnung geeignet ist? Wenn norwegischer und englischer Fussball aufeinandertreffen, verspricht das kein Torfestival, sondern eher ein gepflegtes Rasenumpflügen. Rosenborg hat nach dem Saisonabschluss in Norwegen die Möglichkeit, sich voll auf die Königsklasse zu konzentrieren, was aber aufgrund fehlender Spielpraxis auch ein Nachteil ist. Gegen Chelsea wird der Rasen im Ulleval-Stadion aber brennen, das hat schon Valencia zu spüren bekommen. Viel hängt davon ab, wie ernst die Spieler des FC Chelsea ihren Gegner nehmen. Versuchen sie es ähnlich lässig runterzuspielen wie im Hinspiel (1:1 an der Stamford Bridge), wird es schief gehen. Konzentrieren sich die „Blues“ aber und rufen ihr Potential ab, sehe ich keine Probleme, womit dann auch die vorzeitige Qualifikation geschafft wäre. Ich bin etwas im Zwiespalt: Aus Schalker Sicht ist natürlich ein Chelsea-Sieg wünschenswert, meine Sympathie zum norwegischen Fussball aber hält dagegen. Lassen wir es einfach auf uns zukommen.
Werder Bremen – Real Madrid (Mi., Schiri: Vink/NED)
Wer nicht will, der hat schon. So leichtfertig, wie Werder in Rom die Chance auf eine hervorragende Ausgangsposition vergeben hat, stellt sich die Frage, ob man an der Weser überhaupt richtiges Interesse am Achtelfinale hat. Das lustlose Auftreten gegen Lazio kann den Werder-Profis noch teuer zu stehen kommen. Ich erspare mir an dieser Stelle einen ausführlichen Blick auf die Tabellensituationen. Jedoch bei einer Niederlage gegen Real und einem Sieger im Parallelspiel ist Werder raus aus der Champions League! Dann kann man in zwei Wochen – wenn man Glück hat – noch aus eigener Kraft den UEFA-Pokal-Rang erreichen. Also muss ein Sieg her! Doch wie anstellen? Letzte Saison traf man ebenfalls am fünften Spieltag auf den FC Chelsea, in ganz ähnlicher Position. Und es gelang ein Sieg, mit großem Einsatz und viel Laufarbeit wurden die Engländer seinerzeit niedergekämpft. Ähnliche Tugenden sind jetzt auch gegen Real gefragt, die keinesfalls unantastbar sind, das hat das Hinspiel doch schon gezeigt. Nimmt man die zuletzt starken Liga-Leistungen, ist ein Erfolg machbar. Das Bundesliga- und Champions League-Spiele aber leider keine lineare Abhängigkeit bieten, zeigt der bisherige europäische Saisonverlauf. Jetzt muss es klappen. Wie bei Schalke: Letzte Chance!
Lazio Rom – Olympiakos Piräus (Mi., Schiri: Webb/ENG)
Ein superbrisantes Spiel. Auch weil hiervon abhängt, wie groß die weiteren Chancen für Werder sind. Deshalb möchte ich kurz die möglichen Gruppenkonstellationen durchgehen. Als Grundlage nehme ich hierbei einen Erfolg von Werder gegen Real am Mittwoch. Gewinnt Lazio, ist das die ungünstigste Konstellation für Werder, weil man dann in zwei Wochen auf spanische Schützenhilfe angewiesen ist. Endet das Spiel Remis, ergibt sich eine ganz ähnliche Situation, auch weil dann bei einem Remis von Real und Lazio am letzten Spieltag der direkte Vergleich und die Tordifferenz eine Rolle spielen würde. Am einfachsten wäre es, wenn am Mittwoch Piräus und Werder gewinnen. Dann nämlich reicht Werder in zwei Wochen ein Sieg in Piräus für das Achtelfinale. Umgekehrt lassen sich all diese Gedankenspiele auch auf Lazio und Olympiakos projizieren. Doch das soll hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Fakt ist: Am Ende könnten direkter Vergleich und Tordifferenz, unter Umständen sogar die Anzahl der Tore entscheidend sein. Patzen ist nicht erlaubt.
Soweit zu den sieben wichtigsten Matches dieses Spieltages. Die Analyse gibt es am Donnerstag, am Mittwoch geht es um den UEFA-Pokal. Bis dahin, wunderschöne und erfolgreiche Abende!
Bundesliga-Splitter #14 26. November 2007
Posted by M@x in Bundesliga.add a comment
Nach der etwas dünn ausgeklungenen Länderspielsaison in der vergangenen Woche hielt auch die 14. Runde der Bundesliga-Saison 2007/2008 keinen großen Knaller bereit. Weder vom bereits im Sommer angesetzten Spielplan, noch von den Resultaten am Wochenende. So bleibt diesmal ein dröger Blick auf die wichtigsten Erkenntnisse des Spieltages:
Der FC Bayern hat anscheinend die Länderspielpause insofern genutzt, dass die meisten Spieler in ihren Nationalteams einen freien Kopf für den Verein bekommen haben. Von der Verunsicherung vor zwei Wochen gegen Bolton und der derben Niederlage gegen den VfB-Stuttgart war gegen harmlose Wolfsburger nichts mehr zu spüren. Die Spielfreude in Person war wieder einmal Franck Ribery, der an beiden Bayern-Toren beteiligt war. Es scheint also nach einjähriger Auszeit wieder eine typische Bundesliga-Saison zu werden. Typisch, dass Bayern an der Tabellenspitze nur selten Federn lässt. Typisch auch, weil die Top-Schlagzeilen für den geilen deutschen Boulevard auch aus München kommen: Zuerst die einzigartige Mitgliederversammlung, jetzt Geschichten um Abgänge von Ismael und Sagnol im Winter sowie Philipp Lahm im Sommer. Seit Sommer war es unfassbar ruhig an der Säbener Straße, aber endlich darf der kicker wieder Wörter wie „Katastrophe“ im Zusammenhang mit Oliver Kahn oder Ulie Hoeneß schreiben! Damit noch einige Worte zum VfL Wolfsburg: Die Werksmannschaft taucht nach anspruchsvollen Saisonstart mittlerweile wieder im Mittelfeld-Einheitsbrei ab und hebt sich nicht viel von den Tabellennachbarn aus Frankfurt und Dortmund ab. Mittlerweile ist mit der dritten Niederlage in Serie schon ein Abstand von acht Zählern zum (ohnehin unrealistischen) UEFA-Pokal-Platz entstanden. Noch ist Wolfsburg in der neutralen Zone jenseits von gut und böse, aber wenn sich der Trend der letzten Wochen weiter fortsetzt, wird Magath bald wieder nach unten schauen müssen.
Der deutsche Meister aus Stuttgart blüht nach dem verpatzten Saisonstart immer mehr auf und bewegt sich in Richtung der anvisierten Europapokalplätze. Im Vergleich zum HSV in der Vorsaison fangen sich die Schwaben also wieder. Dabei erinnert die Spielweise doch schon in Ansätzen an die Leistungen im Frühjahr 2007. Sieben Tore stehen aus den vergangenen beiden Partien zu Buche, zuvor gelangen in zwölf Spielen nur 13 Tore. Besonders positiv dürften die gute Leistung von Cirpian Marcia gesehen werden: Bisher war der Millioneneinkauf nur ein Ergänzungsspieler, mit einem Treffer und einer Torvorlage konnte er in Frankfurt erheblich am Erfolg seines Teams mitwirken. Wenn die Truppe von Armin Veh diesen Schwung weiter halten kann, sind sie bald wieder dort, wo wir sie vor der Saison schon gesetzt hatten. Die Frankfurter Eintracht musste bereits die zweite Heimniederlage der Saison einstecken. Schmerzlich vermisst wurden gegen den Meister Albert Streit und Alex Meier, die beide noch verletzt sind. Ohne diese beiden Akteure kommt Frankfurt in der letzten Zeit nicht so recht auf die Beine. Das größte Problem aber ist mangelnde Konstanz in den Leistungen. Lange Zeit wurde auch gegen Stuttgart gut mitgehalten, aber nach dem zweiten Gegentreffer war die Luft raus. Ähnlich ließt sich auch die Saisonbilanz (4-6-4). Nicht wirklich gut, aber auch nicht abstiegsreif. Mittelmaß eben. 18 Zähler bisher sind in Ordnung, aber auch noch kein beruhigender Winterspeck. Nächste Woche steht in Wolfsburg ein wichtiges Match an, mit welchem der nötige Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößert werden kann.
Solche Betrachtungen führt man in Hamburg schon seit Saisonbeginn nicht mehr durch. Ohne Glanzpunkte, aber letztendlich doch souverän gewann der Tabellendritte gegen sehr harmlose Rostocker. Es war die erste Partie für den HSV nach dem überraschenden Bekanntwerden des Stevens-Abgangs zum Saisonende. Ich bin als HSV-Sympathisant schon traurig, dass Stevens den Verein am Saisonende verlässt, so nachvollziehbar seine Gründe auch sind. Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie sehr die Leistungen vom Trainertyp abhängig sein können. Der „harte Hund“ Stevens passt besser zum schnell in Selbstzufriedenheit verfallendes Team, während Softie Thomas Doll zuvor große Probleme hatte, den Laden dicht zu halten. Um den HSV mache ich mir keine Sorgen, die Saison wird unter Stevens mit bestmöglichstem Erfolg zu Ende gespielt! Ob Frank Pagelsdorf am Saisonende noch Coach bei Hansa Rostock ist, darf angesichts solcher Spiele wie in Hamburg bezweifelt werden. Sicherlich sind Spiele gegen den HSV nicht der entscheidende Maßstab, aber die dauerhafte Harmlosigkeit, sodass der HSV das Spiel im Schongang gewinnen konnte, erinnert schon wieder stark an den bösartigen Saisonstart. Nächste Woche gegen Hannover sollte unbedingt der vierte Heimsieg gefeiert werden, wenn man nicht alsbald wieder unter den gefürchteten Strich rutschen muss.
Hansa gerät auch in Gefahr, weil der 1. FC Nürnberg mit Saisonsieg Drei gegen Borussia Dortmund endlich einen Schritt nach vorne machen konnte. Angetrieben vom starken Kapitän Tomas Galasek lieferten die „Clubberer“ eine kämpferisch starke Leistung ab und überzeugten endlich mit Tugenden, die man im Abstiegskampf braucht. Dortmund war genau der richtige Aufbaugegner. Zuletzt lief es für den FCN spielerisch ja nicht so schlecht, aber die Erfolge blieben aus. Nachdem es jetzt endlich geklappt hat, sollte man sich doch zielstrebig nach oben orientieren, nächste Woche bietet sich in Duisburg eine große Möglichkeit, wiederum einen Sprung in der Tabelle zu vollführen. Vielleicht steht Hans Meyers Team ja dann schon nicht mehr auf einem Abstiegsrang! Dort verschlägt es wohl bald die Dortmunder hin, wenn das so weitergeht. Jenseits von gut und böse geht es seit Anfang Oktober in einer streng monotonen Linie in Richtung Tabellenkeller. Bisher scheinen die Verantwortlichen aber noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt zu haben, wenn man die fabulösen Umschreibungen und Ausreden von Thomas Doll erörtert. Dabei muss der BVB wirklich aufpassen, damit es nicht eine Bruchlandung gibt! Vier Punkte in Auswärtsspielen sind nach sieben Partien für ein Team mit außernationalen Ambitionen ein Witz. Und nächste Woche gegen die formstarken Stuttgarter. Das kann ja was werden. Dortmund – immer wieder eine Wundertüte. Daran erfreuen wir uns ja nun schon seit einigen Jahren.
Langsam nähern wir uns dem Ende der „Herbstmeisterschaft“, auch wenn die Temperaturen durchaus schon winterkompatibel sind. Das Tabellenbild manifestiert sich, an der Spitze bahnt sich ein Dreikampf an, im Keller sind Duisburg und Cottbus bereits abgeschlagen, davor ist es eine erwartet große Gruppe von fünf, sechs Mannschaften, die sich um ein Ticket für die zweite Bundesliga bewerben. Das dort nicht der 1. FC Nürnberg hin will, hat Tomas Galasek gezeigt. Der Nürnberger Kapitän war maßgeblich daran beteiligt, dass der Club endlich den ersehnten dritten Saisonsieg feiern konnte. Deshalb ist er mein Spieler des Tages.
Der Rest dieser Woche steht natürlich wieder ganz im Zeichen des Europapokals. Da gibt es hier wieder das gewohnte Programm mit Pre- und Review auf Champions League und UEFA-Pokal. Bis dahin, eine schöne Zeit!