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Skandal in der Schweiz 14. November 2007

Posted by Moritz in Fussball International, Medien.
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Nachdem in Italien seit letztem Wochenende wieder das Chaos regiert und Fußball nun erneut wieder nur Nebensache ist, gibt es nun auch im Land, in dem nächstes Jahr die EM stattfinden wird einen Skandal, in den der Fußball verwickelt ist und der für internationale Aufmerksamkeit sorgt. So wurde gestern bekannt, dass mehrere Spieler des schweizerischen FC Thun sexuelle Kontakte zu einem heute 16-jährigen Mädchen gehabt hatten. Die Straftaten seien laut Polizei “größtenteils” mit ihrem Einverständnis geschehen, was allerdings nichts an der Schuld ändern würde.

Am gestrigen Dienstag wurden insgesamt 21 Männer, davon zwölf Profis und ehemalig Spieler des Schweizer Erstligisten, festgenommen und vernommen, um den Tatverdacht zu klären und gegen sie Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die sexuellen Handlungen sollen vor gut einem dreiviertel Jahr stattgefunden haben.

Der Verein und seine Leitung reagierten entsetzt und fassungslos. Sie kündigten an, falls sich der Verdacht bestätigen und erhärten sollte, würde das Verbrechen aufs Schärfste verurteilt hätten die Beteiligten mit den scharfen Strafen zu rechnen. Deshalb wurde auch das gestrige Nachmittagstraining abgesagt. Inzwischen wird aber wieder auf dem Gelände mit allen Spielern gearbeitet und man bereitet sich „normal” auf das nächste Spiel vor, allerdings unter stärkster Medienpräsenz und Beobachtung. Allerdings ist noch nicht bekannt, welche der verdächtigten Spieler an der Tat beteiligt gewesen waren und somit wollte auch Vereinspräsident Kurt Weder verständlicherweise niemanden nennen.

Unklar ist außerdem auch ob die Verhaftungen bzw. Verdächtigungen Auswirkungen auf den Spielbetrieb des Neunt-Platzierten und damit Vorletzten der obersten Schweizer Spielklasse haben. Denn sollten die Spieler erneut verhaftet werden dürfte schon auf Grund der Menge der vermutlichen Täter ein großer Teil der ersten Mannschaft fehlen.

Der Imageverlust für den Verein ist sicher auch unabhängig davon kaum in Grenzen zu halten, da einige Profis des Vereins offensichtlich ihre Vorbildfunktion missbraucht haben und somit nicht nur die restlichen Spieler unter Generalverdacht gestellt haben, sondern auch gegen jegliche Form von Anstand verstoßen haben. Des Weiteren dürfte auch das Verhältnis der Mannschaft untereinander, sowie der einzelnen Spieler nun von einer gehörigen Portion Misstrauen getränkt sein, die ein besseres Abschneiden in der Liga sicher kaum möglich macht. Allerdings sollte man sicher auch erst einmal abwarten ob die Vorwürfe überhaupt gehalten werden können und zu einer Verurteilung führen, bevor man die Spieler einen öffentliche Spießrutenlauf absolvieren lässt. Sollten diese aber dann aber zweifelsfrei überführt und verurteilt werden, muss der Verein wie angekündigt Konsequenzen ergreifen und nicht, auf ein mögliches Vergessen bauend, das Geschehene ignorieren.

Laut Wikipedia wird demnächst auch eine, wie in der Schweiz so üblich, Volksabstimmung über einen Stadionneubau stattfindet, den Verein unbedingt braucht um nicht die Lizenz für die erste Liga zu verlieren. Die Chancen dürften mit den Negativschlagzeilen nicht gerade gestiegen sein, vor allem da schon eine Abstimmung verloren gegangen ist vor rund anderthalb Jahren, als sich der Verein noch sensationell für die europäische Königsklasse qualifizieren konnte.

Zum Abschluss bleibt wenigstens noch als positive Meldung, dass es dem Mädchen laut Polizeiaussagen gut gehe, was sicher am wichtigsten ist und sie sich in psychologischer Behandlung befinde. In diesem Sinne und trotz dieses Skandals wünsche ich allen Lesern noch einen schönen Mittwochabend.

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