Regionalliga geht in den letzten Winterschlaf 9. Dezember 2007
Posted by Moritz in Nordostfussball.trackback
Die Regionalliga Saison in der Staffel Nord ist jetzt schon eine besondere. Das liegt nicht nur daran, dass es die letzte in der jetzigen Form sein wird, oder die halbe Liga gegen den Abstieg am Ende der Spielzeit in die dann viertklassige Regionalliga kämpft. Nein, mindestens genauso spannend, ja fast Nerven zerrüttend, ist der Kampf um den Aufstieg. Fast wöchentlich wechselt der Tabellenführer. Ein Niemandsland wie in anderen Ligen gibt es nicht, sieht man mal vom absoluten Ende der Tabelle ab, von wo ein Entkommen aus dem Abstiegsstrudel, schon auf Grund seiner Größe kaum möglich scheint. Doch wie meisterten die Vereine des NOFV diese außergewöhnliche Saison bis zur Winterpause? Können die Vertreter der nach eigenem Bekunden stärksten Oberliga und ihres von Berlinder Teams dominierten Nordpendants überzeugen?
Einer der beiden Vertreter aus der Staffel Nord, der SV Babelsberg, ist auch derjenige, der im Moment die wenigsten Punkte auf dem Konto hat. Der Aufsteiger, der mit einem der kleinsten Etats in die Saison gestartet war, konnte sich am Anfang recht gut behaupten und lag gut im Rennen um einen der zehn vorderen Plätze. Allerdings währte die Freude über die recht ansehnliche Platzierung nicht lange. Kurz nach der letzten Analyse begann schon eine schwarze Serie, die dem Verein in sechs Spielen nur drei Punkte bescherte und somit in der eng gedrängten Liga zwangsläufig zum Absturz in tiefer liegende Tabellengefilde führte. Der Verein zog Konsequenzen und entließ Aufstiegstrainer Rastislav Hodul. Ersetzt wurde er durch Dietmar Demuth, der einst St. Pauli in die Bundesliga führte Chemnitz vor dem Abstieg bewahrte und letzte Saison vergeblich versuchte den Abstieg von Eintracht Braunschweig aus der Zweiten Bundesliga zu verhindern. Immerhin vermochte er die Randberliner wieder einigermaßen in die Erfolgsspur zurück zu führen, unter ihm wurde durchschnittlich jeden Spieltag ein Punkt geholt. Mit einem Sieg im Nachholspiel nächste Woche hat man außerdem noch die Chance den Jahresabschluss versöhnlicher zu gestalten und den Anschluss an den Anschluss wieder herzustellen.
In dieser Situation befinden sich gerade die Magdeburger. Nach dem letztjährigen großen Auftrumpfen und dem nur knapp verpassten Aufstieg, scheint die Mannschaft von der Form der vorigen Spielzeit weit entfernt. Sie lässt es vor allem an offensiven Qualitäten vermissen, wie es auch die nur 19 erzielten Tore zeigen. Das das allein kein Problem sein muss zeigt Düsseldorf, doch dazu fehlt es den Hauptstädtern aus Sachsen-Anhalt auch an der nötigen Stabilität im Defensivverbund. Des Weiteren wirkt sie des Öfteren verunsichert. Nach der erneuten Niederlage dieses Wochenendes, zog der Vorstand nun heute Konsequenzen und setzte Trainer Dirk Heyne, der Magdeburg erst in die Regionalliga geführt und dann fast den Durchmarsch ermöglicht hatte, vor die Tür. Im Moment stehen die Chancen noch recht gut die Wende zu schaffen und der neue Coach wird über die Winterpause eine Menge Zeit haben die Mannschaft mental und physisch auf die Rückrunde vorzubereiten, so dass auch hier, obwohl es mit der derzeitigen Verfassung eher negativ aussieht, noch nichts entschieden ist.
Mit dem nächsten Verein geht es erstmals über die Abstiegslinie, die beim Blick auf die Tabelle fast Hochsprung als Hauptdisziplin erschienen lässt. Derzeit auf Platz Acht befindlich, muss man bei Union Berlin chamäleonähnlich die Augen nach vorne und hinten zugleich richten, hat man doch auf sowohl auf die Aufstiegsränge wie auch die Abstiegsränge nur fünf Punkte Abstand. Nach dem holprigen Saisonstart bei dem Trainer Neuhaus das Wasser schon bis zum Hals stand, fing sich die Mannschaft und kehrte in die „grüne” Zone zurück. Die Berliner fahren seitdem recht erfolgreich über Norddeutschlands Fußballplätze. Dabei sind sie zu Hause immer wieder in der Lage regelrechte Torfestivals zu veranstalten. Gegen Lübeck bzw. gestern gegen Ahlen fielen zuletzt sieben respektive acht Tore. Zwar lieferten dabei die Abwehrreihen der beteiligten Vereine freundlich Unterstützung dabei, aber das zeigt, dass der Verein im Moment zumindest Offensiv gut aufgestellt ist und weiter hinten unter Umständen noch ein wenig Verbesserungspotenzial besteht.
Einen ähnlich durchwachsenen Saisonstart legten die Dynamos aus Dresden hin. Unter „Misserfolgstrainer” Norbert Meier fand man einfach nicht die richtige Spur. Die Mannschaft zeichnete sich durch eine mysteriöse Auswärtsschwäche aus und vermochte auch kaum das Tor mehrmals, wenn überhaupt, zu treffen. So zog auch hier der Vorstand die Notbremse und verhinderte einen weiteren Abstieg nach unten. Sein Nachfolger wurde Eduard Geyer, der vergeblich ein Jahr versucht hatte den FC Sachsen nach oben zu führen. Geyer führte die Mannschaft wieder nach oben. In der ganzen Zeit kassierte man nur zwei Niederlagen und zuletzt sogar vier Siege in Folge. Dass man im Moment nur punktgleich mit Union auf Platz, ist im Grunde nur auf die ungerade Anzahl an Vereinen zurückzuführen und man deshalb schon ein spielfreies Wochenende hatte. Mit einem Sieg könnte man bis auf Platz drei vordringen. Somit ist nach dem langsamen Start trotzdem noch der Aufstieg in „Greifweite”. Dafür muss nach der Winterpause allerdings gleich konzentriert wieder begonnen werden, was Geyer aber sicher auch weiß und als alter Trainerfuchs ist er mit diesem Kader sicher ohne Probleme in der Lage Dynamo in das Profigeschäft zurück zu führen, sei es nun die neue dritte Bundesliga oder eine Etage höher.
Dort, wo alle hinwollen, steht im Moment Rot-Weiß Erfurt, als der letzte in der Runde der NOFV-Vereine, nämlich fast ganz oben. Schon seit dem ersten Spieltag, an dem sie ihr erstes Spiel gleich erfolgreich drehten und den Startschuss für eine bisher sehr erfolgreiche Spielzeit legten. Zwar verließen sie nach zeitweise nicht ganz so starken Leistungen die Aufstiegsränge. Allerdins machte sich das nicht allzu bemerkbar in der Tabellensituation, da bisher keine der 19 Mannschaften länger überzeugend spielen konnte und sich dadurch vom Rest der Liga abzusetzen vermochte. So blieb man dran und konnte nur auf Grund eines mageren torlosen Remis gegen die Dortmunder Amateure nicht auf der Spitzenposition überwintern. Doch immerhin dürfte das mehrmonatige Verweilen auf einem Aufstiegsplatz für eine wohlige Wärme zum Weihnachtsfest der Rot-Weiß-Fans sorgen und das “gute Gefühl” von Trainer Pavel Dotchev weiter anhalten.
Soweit zu der aktuellen Situation der östlichen Regionalligavereine, die sich bis auf Babelsberg und Magdeburg recht gut in Position gebracht haben. Allerdings sollte bei allen in der Rückrunde konzentriert weitergearbeitet werden und man sich von leichten Rückschlägen wie sie in der Vorrunde zum Teil aufgetreten sind nicht entmutigen lassen, um bei einer möglichen deutlicheren Sortierung der Tabelle nicht auf dem verlorenen Ast zu sitzen. Zur Winterpause jedenfalls haben alle Vereine noch eine mehr oder weniger große Chance am Ende der Saison den „Hochsprung” gemeistert zu haben und die letzte und eine der spannendsten Spielzeiten mit einem glücklichen Ende abzuschließen.
[...] werden. Gerade das 0:2 gegen die 2. Mannschaft von Borussia Dortmund dürft die Luft für Alttrainer Geyer enger werden lassen. Aber nicht nur der Trainer wird mehr Druck zu spüren bekommen, denn auch [...]