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Fünf von Vieren sind weiter 21. Dezember 2007

Posted by Moritz in UEFA-Pokal.
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Mit ihrem Einsatz im letzten Gruppenspiel dieser Uefa-Cup-Saison konnten nun auch die letzten Bundesligavertreter das Jahr 2007 fußballtechnisch für beendet erklären. Dabei zeigten sie sich noch einmal von ihrer besten Seite. Besonders am Mittwoch waren die Gegner von Bayer und Bayern eher keine für den „Bundesligazug“, der sich langsam anschickt den Uefa-Cup zu dominieren. Am Tag danach zogen die beiden anderen Vereine nach, zwar nicht ganz so glanzvoll aber dennoch nicht weniger erfolgreich.

Den Frust der letzten Spieltage schien sich der FC Bayern in Saloniki weg zu schießen. Bereits vom Start weg ließen sie keinen Zweifel daran nicht als Sieger vom Platz gehen zu wollten. Doch ein Tor wollte so schnell noch nicht gelingen, da es wie zuletzt auch für die Münchner Offensivabteilung geschlossen blieb. Beinahe hätte man auch einem frühen Rückstand hinterherlaufen müssen, den Kahn jedoch stark gegen den allein vorm Tor stehenden Ivic verhinderte. Doch dann kamen die Minuten des griechischen Keepers, der an diesem Tag einen rabenschwarzen erwischt hatte und Schützenhilfe gab. Nach einer Flanke von Ribery konnte er den Ball nicht festhalten, was Luca Toni die Chance gab, die er brauchte um die Führung für den Bundesligisten zu erzielen. Knapp eine Viertelstunde später, meinte man sich wie in der Zeit zurückversetzt, als eine sehr ähnliche Chance, das zweite Tor des Italieners einleitete. Das gab den Bayern die nötige Sicherheit um nach der Pause das Spiel etwas gemächlicher anzugehen ohne aber angesichts eines schwachen Gegners das Spiel aus der Hand zu geben. So konnte Ribery in Ruhe einmal wieder seine Kunststückchen zeigen und so unter anderem das dritte Toni-Tor vorbereiten, in dem er einfach mal abzog und Torwart Chalkias den Ball erneut vor die Füße von Toni abprallen ließ, so dass dieser erneut einnetzen konnte. Doch für den armen Torwart war noch lange nicht Feierabend, denn auch ein Fernschuss von Lahm erreichte den „Vorstopper“, der erneut für Luca Toni auflegte. Danach gaben die Griechen auf, so dass auch Lell und Lahm sich noch in die Torschützenliste eintragen konnten. Mit diesem glanzvollen Sieg, der zur richtigen Zeit kam für die Münchner, zieht der Favorit auf den Gesamtsieg als Gruppensieger in die nächste Runde ein. Dort wird man auf die Schotten vom FC Aberdeen treffen und damit erneut auf die Insel reisen darf.

Bayer wollte dem in nichts nachstehen und siegte fast eben so glanzvoll. Der Gegner musste zwar nur fünf Gegentore hinnehmen, schien aber ebenfalls nicht den besten Tag erwischt zu haben und musste mit ansehen, wie Bayer sich nach der deftigen 2:5-Klatsche gegen Bremen ebenfalls den Jahresausklang versüßte. Dabei begannen der FC Zürich und Bayer das Spiel nicht so aufbrausen wie die Bayern zur gleichen zeit sondern versuchten schnell vors gegnerische Tor zu kommen, jedoch waren die Versuche nicht von Erfolg gekrönt. So war es auch nach rund 20 Minuten eine Standardsituation, die das Leverkusener Torfestival eröffnete, bei der Gresko einen Freistoß von der Strafraumgrenze verwandelte. Kurz darauf trat Kießling, der davor noch der Gefoulte war, erneut als Vorbereiter in Erscheinung als er Bulykin das 2-0 auflegte, was sich dieser nicht nehmen ließ. Nach dem Doppelschlag könnten sich die Schweizer eine Verschnaufpause, die die Skibbe-Elf aber nicht nutzen konnte, da unter anderem Barbarez nur an die Latte köpfte. Doch die Ex-Elf von Herthas „Bald“-Erfolgstrainers Favre hatte ebenfalls noch vor der Pause den Anschlusstreffer auf dem Schuh, doch der Adler-Vertreter Fernandez hielt mustergültig seinen Kasten sauber. Im zweiten Durchgang wurde der FC Zürich wieder aktiver, konnte damit aber nichts bewirken, außer dass sich so weitere Chancen für die Bayersche Werkself entstanden, die auch zum Torerfolg führten. Den nächsten Treffer konnte erneut Kießling vorbereiten, der mit einer präzisen Flanke Barnetta zum 3-0 verhalf. Kurz darauf war es erneut der bisher bei Bayer kaum in Erscheinung getretene Bulykin, der weiter erhöhte. Danach war im Grunde das Spiel gelaufen und Leverkusen beschränkte sich darauf den Sieg zu verwalten, da auch die Eidgenossen sich mit der Niederlage abgefunden hatten. Kurz vor Schluss durfte sich jedoch auch noch der topvorbereiter dieses Abends sein Tor gönnen. Kießling nutzte einen Fehler in der Züricher Defensive um den Endstand herzustellen. Durch den Punktverlust der Moskauer in Toulouse, konnte sich Bayer in der Gruppe E auf den Platz an der Sonne vorschieben und hatte damit beste Voraussetzungen für die heutige Auslosung. Mit Galatasaray erwischte man dann einen Verein aus der türkischen Hauptstadt, der sich als Gruppendritter mit einem Unentschieden gegen den Letzten der Gruppe H nicht gerade überzeugend qualifizierte.

Mit diesen Glanzlichtern vom Vortag war es natürlich schwer für die beiden restlichen Vereine nach zu ziehen. Dem Hamburger SV reichte für den sicheren Gruppensieg jedoch schon ein Unentschieden. Die Gastgeber ließen dem FC Basel aber kaum eine Gelegenheit im Stadion richtig anzukommen, legten sie doch gleich wie die Feuerwehr los. Schon nach einer Minute wäre eine Führung möglich gewesen als de Jong nach einem Freistoßzuspiel den Ball per Kopf nicht im Kasten unterbringen konnte. Auch danach drückten die Hanseaten weiter und hatten mehrere Chancen, die sie aber allesamt nicht nutzen konnten, so dass es mit einem torlosen Remis in die Pause ging. Danach schien nach einer Gelb-Roten Karte für den Schweizer Zanni nach einem Foul an Kompany die Überlegenheit des HSV noch größer werden zu können. Doch das erste Gegentor von Frank Rost in der Gruppenphase stellte den spielverlauf auf den Kopf. Nachdem sie sich kurze Zeit etwas fangen mussten, fanden sie dann aber wieder ins Spiel und so konnte Olic nach einer Flanke von Castelen auf der anderen Seite endlich das hochverdiente Tor erzielen und somit auch dem FC Basel den ersten Gegentreffer bescheren. Danach spielten sie das Spiel souverän zu Ende und ließen die Baseler nicht noch einmal zum Torerfolg kommen, so dass man angesichts des Spielverlaufs ein wenig unverdient mit nur einem Punkt begnügen muss. Jedoch wurde man wie Bayer und Bayern ebenfalls Gruppenerster. In der im Frühjahr stattfindenden Zwischenrunde hat man nach der heutigen Auslosung erneut die Freude in das sympathische und im nächsten Sommer fußballverrückte Nachbarland zu fahren, da als nächster Stein auf dem langen Weg ins Finale der FC Zürich zugelost wurde. Wie man diesen mustergültig überwindet hat Bayer einen Tag zuvor bereits vorgemacht. Auf Bayer würde man im Falle eines erfolgreichen Sechzehntelfinales beider Teams in der darauffolgenden Runde treffen und ein rein deutsches Achtelfinale bilden.

Als letztes Spiel bleibt nun noch der akut abstiegsbedrohte amtierende Pokalsieger,  der in Larissa unbedingt gewinnen musste um sicher und ohne jeden Zweifel die nächste Runde zu erreichen. Jedoch sah es in der Anfangsphase zunächst gar nicht danach aus. Der Club agierte ängstlich und ein wenig unsortiert. So war nach elf Minuten die Führung, des ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen griechischen Erstligisten wenig verwunderlich, da er auch von Beginn an tonangebend war. Im weiteren Verlauf agierten die Gastgeber, denen das Spiel angesichts von mehr als 1200 mitgereisten Frankenfans bei weniger als 3000 anwesenden Zuschauern wie eine Auswärtsspiel vorgekommen sein muss, immer defensiver und überließen das Spiel den Nürnbergern. Doch dieser konnte daraus lange Zeit kein Kapital schlagen. Erst kurz vor der Pause konnte Saenko nach einer Hereingabe Misimovic den missglückten Klärungsversuch eines Griechen ins Tor bugsieren und somit zu einem Mut bringenden Zeitpunkt den Anschluss wiederherstellen. Nach der Pause wurde das Spiel munterer, da beide Teams zu Chancen kamen. Doch Mintal war der erste, der seine Gelegenheit zehn Minuten nach Wiederanpfiff nutzen konnte und damit die segensreiche Führung für den Club erzielte. Im folgenden hatte Larissa die nun noch einmal nach vorne drängten mehrfach die größten Möglichkeiten den Ausgelich zu erzielen, wurde dabei aber immer von Blazek ausgebremst, der keinen weiteren Gegentreffer zuließ. Den Schlusspunkt unter einen verdienten Sieg setzte Charisteas eine Viertelstunde vor Schluss als er den 1-3 Endstand herstellte und damit auch alles klar machte. Somit hat der 1. FC Nürnberg das schon fast für unmöglich gehaltene erreicht und darf auch im Frühjahr mitspielen, wenn die letzten verbleibenden Teams sich aufmachen den Nachfolger des FC Sevilla unter sich auszumachen. Als Gruppenzweiter bekam man als nächsten Gegner den „Champions-League-Absteiger“ Benfica Lissabon zugelost, die erneut eine harte Prüfung darstellen werden.

Nicht vergessen werden soll natürlich auch der SV Werder Bremen, der als fünfter deutscher Vertreter die Zwischenrunde des Uefa-Cups erreicht hat. Auch die Bremer werden es dann im Frühjahr mit einem portugiesischen Vertreter zu tun bekommen. Sie treffen auf Sporting Braga, die hinter Bayern München den zweiten Platz belegten in dieser Gruppe belegten.

Somit haben fünf von vier Bundesligavertretern die nächste Runde erreicht. Dabei stellten sie sich größten Teils sehr souverän an und wurden Gruppensieger. Sogar Wackelkandidat Nürnberg schaffte es am Ende noch auf einen guten zweiten Rang. Damit lassen sie den im ganz Geheimen gehegten Traum eines „deutschen“ Halbfinals und Finales weiterleben. Der Weg dahin ist jedoch noch weit und es bahnt sich auch schon ein Bundesligaduell an. Jedoch müssen erst einmal die nächsten Aufgaben gelöst werden, um auch der Fünf-Jahres-Wertung, die nun ihre Kraft fast ausschließlich aus dem Uefa-Cup bezieht weiter Auftrieb zu geben. Alles in allem lässt einen die Gruppenphase aber wohlgemut in die Zukunft blicken und so wünsche ich allen ein schönes Wochenende und einen fröhlichen vierten Advent.

Kommentare»

1. Bastian Stiglmaier - 15. Januar 2008

Wie der letzte Absatz deutlich macht, kann man nur hoffen, dass dieser positive Trend auch weiterhin anhält, um sich in der 5 Jahres Wertung zu verbessern. Gerade mit Benfica und Aberdeen verbinden sich ja nicht nur gute Erfahrungen…