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Winter-Analyse ’08: Das obere Mittelfeld 6. Januar 2008

Posted by Moritz in Bundesliga.
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Nachdem der gestrige Tag einer der Lieblingsbeschäftigung der Vereine in der Winterpause gewidmet war, folgt heute wieder ein Teil der diesjährigen Winteranalyse. Dabei blicken wir zurück auf das letzte Halbjahr und wagen auch einen kleinen Ausblick auf das kommende der vier Vereine, die sich zum Teil in einer aussichtsreichen Situation befinden, um in der Rückrunde noch einen ernsthaften Angriff auf die internationalen Plätze zu unternehmen. Dabei handelt es sich mit dem Karlsruher SC, Hannover 96 und der Frankfurter Eintracht zum großen Teil um positive Überraschungen, mit Stuttgart aber auch um eine nicht ganz so erwartet.

Karlsruher SC (P6 – 28 Punkte – 19:21 Tore)

Gleich ganz oben im Verfolgerfeld ist der Neuling aus Karlsruhe zu finden. Der überragende amtierende Zweitligameister musste sich nicht lange an das neue Abenteuer Bundesliga gewöhnen und ging mit einem Sieg über den DFB-Pokalsieger gleich eifrig ans Werk. Nach einer kurzen Durststrecke mit einigen deutlichen Niederlagen gegen die „Großen“ zu Beginn, schwang sich die Mannschaft von Trainer Edmund Becker in ungeahnte Höhen auf, die ihren Höhepunkt erst zu Hälfte der Hinserie nach einem überzeugenden Sieg gegen Schalke 04 auf einem exzellenten zweiten Platz fanden. Ursprung des Erfolgs ist sicher die stabile Defensive, die sich mit den besten der Liga messen kann und so nur 19 Gegentore zuließ. Aber auch der in vielen Spielen sehr überzeugende ungarische Spieler des Jahres Tamas Hajnal, der vor der Saison zu den Badenern wechselte, ist positiv herauszuheben, wie auch die anderen Neuzugänge, die ihre Elf fern der Abstiegsränge hielten. Doch trotz des Erfolgs blieb man auf dem Boden und hielt erst einmal am Saisonziel, einen Platz im unteren Mittelfeld, fest. Eine weise Entscheidung, die verhinderte, dass man durch den leichten Abwärtstrend der nach dem Erklimmen des zweiten Platzes einsetzte, zu sehr unter Druck gerät. Seitdem gelangen nur noch zwei Siege, die vier Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber stehen. Trotz dem kann man wohlgestimmt und freudig auf eine positive Vorrunde zurückblicken und sich in der Winterpause auch um die Spannung zu erhalten neue, anspruchsvollere Ziele setzen, die mit dieser Ausgangssitutation durchaus drin sind. Das einzige Manko der Mannschaft stellt trotz allem die nicht überzeugende Chancenverwertung dar. Laut Kicker befindet man sich hier als letzter unter den 18 Konkurrenten ein. Dies fiel bisher nur auf Grund der exzellenten Defensivarbeit nicht ins Gewicht. Prognose: Angesichts der überzeugenden Hinrunde dürfte falls die Stürmer ein wenig treffsicherer werden die erste Tabellenhälfte winken ansonsten dürfte ein gesicherter Mittelfeldplatz für die Elf von Edmund Becker durchaus machbar sein.

Hannover 96 (P7 – 27 Punkte – 27:28 Tore)

Besser aufgestellt als in der vergangenen Vorrunde präsentierten sich auch die 96er. Die ambitionierten Ziele, die im Sommer ausgegeben wurden, konnten größtenteils eingehalten werden, so dass in der Winterpause mit dem siebten Platz auf eine zufriedenstellende Hinrunde zurückzublicken ist. Zurückzuführen ist die wohl auf die konzentrierte Arbeit von Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Christian Hochstädter die in Ruhe ihre Mannschaft weiter entwickeln konnten. Die größten Konstanten im insgesamt recht gut aufspielenden Team von der Leine stellen sicher Torwart Robert Enke und Torjäger Mike Hanke dar. Der erstere sorgte mit seiner Erfahrung und Klasse für eine gewisse Konstanz in der Defensive, während der andere als teurer Neueinkauf im Großen und Ganzen hielt, was man von ihm erwartete und immerhin acht Tore in der Vorrunde erzielen konnte. Dass das Ergebnis nicht noch besser ausgefallen ist, lag offenbar auch an der Defensive, die sich in den letzten Spielen des Jahres nicht mehr ganz so sattelfest wie zuvor präsentierte. Dies haben anscheinend auch die Verantwortlichen erkannt, weshalb von den Münchenern Valerien Ismael als bislang einzigem Neuzugang geholt wurde. Zusammen mit dem dann genesenen Fahrenhorst kann er dann wieder zu alter Stärke zurückkehren und für ein erfolgreiches neues Jahr sorgen. Prognose: Im Großen und Ganze spielt Hannover bereits im Optimum. Allerdings könnte mit einer kleinen Steigerung durchaus der ersehnte Platz im oberen Drittel drin sein und mit ein wenig Glück auch ein Platz im internationalen Geschäft.

 VfB Stuttgart (P8 – 25 Punkte – 24:25 Tore)

Die Saison beim Meister begann wie die vorhergehende: Man ließ zunächst kaum erkennen, dass man einer geworden ist. Die Gründe dafür sind aber vielfältig. Zum einen verletzten sich immer wieder Leistungsträger der Mannschaft wie Gomez und Hitzlsperger und vielen für längere Zeit aus und konnten deswegen nicht in ihre Form finden. So äußerten sich bereits früh die schon von Max in der Vorschau bemerkten Schwächen in der zweiten Reihe, die nicht an die erste Elf heranreichen konnte. So ähnelte die Positionskurve zunächst regelrecht einem Pendel, bevor sie sich nach unten zu orientieren begann, als sich dann zum anderen auch die Doppelbelastung durch die Champions League bemerkbar machte, in der man regelmäßig bittere Niederlagen einstecken musste. Doch man blieb angesichts dieser Krise relativ ruhig, machte lange Vergleiche mit der Vorsaison, stärkte dann Erfolgstrainer Armin Veh den Rücken. Und so folgte dann nach dem 10. Spieltag die Initialzündung. Fünf Siege in Folge schienen den Weg nach oben wieder zu ebnen, doch zuletzt verließ die Puste die Schwaben wieder, die die Hinrunde mit zwei Niederlagen beenden mussten. So kam für den VfB die Winterpause wohl gerade recht um eine enttäuschende Vorrunde, die sich wohl keiner so vorgestellt hatte und die für reichlich Ernüchterung gesorgt haben dürfte, abzuschließen. Ob es danach allerdings mit frischen und vereinten Kräften weiter nach oben gehen kann, ist fraglich, da nun zwar die Belastung durch die internationalen Auftritte fehlt, die Personaldecke aber weiterhin dünn bleibt. Es wurde zwar der bisher in Wolfsburg kaum zur Geltung gekommene Radu ausgeliehen, trotzdem sind andere wichtige Spieler weiter verletzt. Prognose: Für den amtierenden Meister bleibt in diesem Zustand wohl nur ein Mittelfeldplatz. Für die angestrebte Qualifikation für den Uefa-Cup wäre wohl eine Annäherung an die Form der letzten Rückrunde nötig die in weiter Ferne zu sein scheint.

Eintracht Frankfurt (P9 – 23 Punkte – 19:23 Tore)

Die Eintracht vermochte es dieses mal sich fast die ganze Zeit auf der Sonnenseite der Tabelle aufzuhalten und konnte zu Beginn auch einmal richtige Höhenluft schnuppern und gehört somit ebenfalls zu den positiven Überraschungen. Die ganze Zeit über hatten sie nicht das Geringste mit der Abstiegszone zu tun und ermöglichte damit Friedhelm Funkel ein ruhiges Arbeiten. Auch weil Albert Streit sich nach dem Transfergerangel im Sommer zum besten Eintrachtspieler aufschwang und somit einen guten Start in die Saison ermöglichte. So konnte sich der Verein schon ein kleines Polster für den Winter zulegen. Von diesem zehrten sie im Grunde auch schon in der zweiten Hälfte der Hinrunde, als sie nach sieben sieglosen Spielen in die zweite Tabellenhälfte abzurutschen drohten. In dieser Zeit avancierten sie auch zu dem Team, das sich anschickt die meisten Remis der Saison einzufahren. Zum Abschluss stand dann jedoch wieder ein Sieg, der die Mainstädter wieder voll im Soll liegen lässt und somit möglichen Krisengerede im nervösen Frankfurter Umfeld bei weiteren sieglosen Spielen einen Riegel vorschob. So kann Friedhelm Funkel in der Winterpause weiter bedächtig an seinem Kader basteln, der einige Umstellungen zu verkraften hat, da Albert Streit den Verein nun doch in Richtung Schalke verlassen hat. Des Weiteren erklärte Takahara nach der Verpflichtung des tschechischen Nationalspielers Martin Fenin, der sich in Frankfurt für die Euro empfehlen möchte, überraschend seine Rückkehr nach Japan. So gehen zwei Leistungsträger, die zwar zuletzt länger verletzt waren, es aber so der Eintracht nicht leichter machen die erreichte Position zu halten. Doch schon in der Vorrunde hat die Mannschaft gezeigt, dass sie zumindest ihren kurzfristigen Ausfall einigermaßen verkraften kann. Dies muss sie in der Rückrunde nun bestätigen. Prognose: Sollte die Mannschaft ähnlich stabil weiterspielen wie in der Vorrunde und das ein oder andere Unentschieden durch ein Tor vermieden werden ist ein Platz in der unteren oberen Hälfte der Tabelle durchaus drin. Ansonsten droht man trotz des guten Starts am Ende noch in den Abstiegskampf hineinzurutschen.

Somit ist nun bereits Halbzeit in unserer diesjährigen Winter-Analyse. Demnächst wird dann der nächste Teil folgen, der sich erstmals mit den Mannschaften beschäftigt, die sich auf den Positionen der zweistelligen Plätze eingefunden haben: Borussia Dortmund,  VfL Wolfsburg, Hertha BSC und VfL Bochum.